Hergensweiler
Theater steht in Hergensweiler hoch im Kurs

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Das Theaterspiel stand in Hergensweiler schon immer hoch im Kurs. Die Wurzeln des Volkstheaters reichen sage und schreibe bis ins Jahr 1831 zurück. Damals spielte eine Gruppe Laienschauspieler «Die verlorene Unschuld». Über hundert Jahre fanden immer wieder Theaterbegeisterte zusammen, bis 1949 die «Theatervereinigung Eintracht» gegründet wurde.

Das war genau am 8. Dezember 1949. Angeregt von Robert Grabherr trafen sich an diesem Tag interessierte Theaterfreunde im Gasthaus Schweinberger, um die «Theatervereinigung Eintracht» aus der Taufe zu heben. Zum ersten Vorsitzenden wurde Nikolaus Hagg gewählt, die Spielleitung übernahm Robert Grabherr, als Schriftführer wurde Alois Breyer eingesetzt. Das erste Stück des frisch gebackenen Vereins hieß «Das Weihnachtslicht im Felsengrunde.»

Seither sind 60 Jahre vergangen, in denen so gut wie jedes Jahr mindestens ein Theaterstück zur Aufführung kam. Alfred Biesenberger, seit beinahe 20 Jahren Vorsitzender des Vereins, hatte sein Debüt als Schauspieler vor 35 Jahren: «Damals war ich 17. Meine Rollen haben sich in dieser Zeit stark verändert - vom jugendlichen Liebhaber, über den Vater und bald wohl zum Großvater», lacht er.

Biesenberger ist stolz auf die Volksbühne: «Sie ist auch als 60-jährige Dame noch frisch und putzmunter. Und wir haben keine Nachwuchssorgen - es sind stets rund zwanzig Schauspieler als Spielerstamm einsatzbereit.»

Dass auch immer wieder junge Mädchen und - zwar etwas zögerlicher - Buben mitspielen wollen, liege daran, dass Theater zu spielen in Hergensweiler «irgendwie angesagt» sei, und dass die Jugendbühne gute Arbeit geleistet habe.

Biesenberger ist überzeugt: «Die Menschen lernen beim Theaterspielen etwas fürs Leben. Es macht selbstbewusst und sicher im Umgang mit Menschen und in der freien Rede, es baut Hemmschwellen, Unsicherheiten und Ängste ab.

» Das Gefühl, ineine andere Rolle zu schlüpfen, beschreibt der Vollblutschauspieler mit einer Anekdote: «Als ich bei den Schwabenkindern den bösen Vater gespielt habe, haben sich zwei Zuschauerinnen über mich unterhalten.» Die eine habe zur anderen gesagt: «Der muss daheim gerade so böse sein. So was kann man nicht spielen. Das steckt drin.» Das sei für ihn als Darsteller das schönste Kompliment gewesen, weil er so überzeugend gespielt haben muss. Er selbst habe einen guten Lehrmeister gehabt. «Den Herrmann Brutscher, unser Ehrenmitglied. Der ist ein unglaubliches Improvisationstalent.»

Die Mitglieder der Volksbühne sind allesamt Laien. Von den Darstellern über die Spielleiter lernen alle voneinander und miteinander. «Und wenn ich das bedenke, dann finde ich unsere Vielfalt von historischen oder religiösen Stücken über Krimi bis hin zur Komödie recht bemerkenswert», so Biesenberger. «Wir können ernst und lustig spielen und wir legen immer Wert auf Inhalt und Niveau.»

Premiere ist am kommenden Samstag um 20 Uhr, zuvor um 14 Uhr gibt es eine Kinder- und Seniorenvorführung. Weitere Aufführungen: 12./13., 19./20. und 26./27. Dezember, jeweils um 20 Uhr. Kartenvorbestellung (08388) 631 von 11 bis 12 und 17 bis 19 Uhr.

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