Kempten
Tarifsteigerungen treiben Personalkosten in die Höhe

1,1 Millionen Euro fehlen dem Personalamt der Stadt im Jahr 2009. Und 2010 muss ebenfalls mit höheren Ausgaben kalkuliert werden als erwartet. Um knapp zwei Prozent steigen die Personalausgaben im Vergleich zum Vorjahr auf 35,4 Millionen Euro - einer der dicksten Brocken im Haushalt.

Relativ hoher Personalwechsel, langfristige Ausfälle wegen Krankheit und notwendige Einstellungen führten zu den Kostensteigerungen, erläuterte Amtsleiter Hans-Georg Michna. Daneben fielen Erhöhungen der Beamtenbesoldung und der tariflichen Entgelte ins Gewicht. Beispielsweise im neuen «S-Tarif» für soziale Berufe. Der beschert etwa Betreuungspersonal in Kindertagesstätten höhere Bezüge - der Stadt gleichzeitig steigende Personalkosten.

Höherer Aufwand für die Mittagsbetreuung von Kindern und Jugendlichen müsse genauso gestemmt werden, wie Ausgaben für zusätzliche Kräfte im Jugend-Bereich. Richtig tief in den Stadtsäckel greifen muss Michna für die Feuerwehr: Wie berichtet ist künftig eine berufsmäßige Tagbereitschaft Pflicht. Eine halbe Million Euro ist da schnell verplant.

«Bezahlung oft nicht attraktiv»

Zudem erschwere der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst das Geschäft des Personal-Managers. «In verschiedenen Berufszweigen ist der TVöD nicht attraktiv», sagte Michna. Das gehe so weit, dass eine Höhergruppierung eines Mitarbeiters zu einem niedrigeren Einkommen führen könne. Die Folge seien Probleme, geeignete Bewerber zu finden. Und die, die im Beruf stehen, litten vermehrt unter psychischem Stress. «Es häufen sich Fälle wegen Doppelbelastungen - nicht nur mit der Kindeserziehung, sondern auch mit der Pflege von Angehörigen», hat Michna beobachtet.

1361 Mitarbeiter beschäftigt die Stadt, 54 junge Leute sind Auszubildende oder Beamtenanwärter. Dass mit den Steuergeldern sorgsam umgegangen wird, beweise ein Vergleich mit Städten in Bayern mit 50000 bis 100000 Einwohnern. Nimmt man den Personalkostenaufwand je Einwohner, liege Kempten in der Spitzengruppe. Lediglich Rosenheim und Passau hätten bessere Werte. Ein anderes Indiz: Die Gehaltssteigerungen seit 2002 beliefen sich auf 17,5 Prozent. Die Ausgaben fürs Personal stiegen in Kempten dagegen nur um 8,8 Prozent.

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