Tankstellen-Betreiber fahren auf Reserve

Füssen (me). Die Füssener Tankstellen-Betreiber schlagen Alarm: Durch die Eröffnung der Tankstelle in Vils hat sich der Benzintourismus weiter verstärkt. 'Wenn es so weitergeht, dann sehe ich unsere Existenz gefährdet', sagt Rosemarie Lipp von der V-Markt-Tankstelle in Füssen. Keine Perspektive sieht man bei Aral. Die Zapfsäulen an der Kemptener Straße sollen Ende Februar schließen, hieß es. Durch die Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer ist der Sprit gleich dreifach mit Steuern belastet. Durch die niedrigere Besteuerung in Österreich ergeben sich teilweise Unterschiede von über zehn Cent pro Liter. Gerade an den Wochenenden setzt deshalb oft ein großer Andrang auf die Tankstellen in Vils und Reutte ein. Etwas ändern an der Situation könnte der Vorstoß des bayerischen Wirtschaftsstaatssekretärs Hans Spitzner: 'Der Tanktourismus ist volkswirtschaftlich unsinnig, schädlich für das Steueraufkommen und für viele mittelständische Tankstellenbetreiber im Grenzraum existenzgefährdend.' Deshalb fordert er die Bundesregierung auf, eine entsprechende Initiative bei der Europäischen Union in Brüssel zu starten. Seine Vorstellung: Ein Steuernachlass für Grenzbewohner ähnlich dem in Italien bereits praktizierten Modell.

In den dortigen Grenzregionen erhalten Privatpersonen für ihr Fahrzeug einen Nachlass auf die Mineralölsteuer, der nach der Entfernung zur Grenze gestaffelt ist. Zwar grundsätzlich für sinnvoll hält Rudolf Stark von der Sunoil-Tankstelle in Füssen den Vorschlag, ist aber dennoch skeptisch. Er erinnert sich an die Protestveranstaltung der Tankstellenbetreiber vor einem Jahr in Passau. 'Seit damals hat sich nichts getan', sagt Rudolf. Er will die Tankstelle trotz 'gewaltiger Einbußen' auch weiterhin betreiben. 'Am Benzin ist nichts mehr verdient, deshalb setzten wir auf die Einnahmen unseres Werkstatt-Betriebes', so Stark. Auf eine Erweiterung seines Angebotes setzt Thomas Putzich, Inhaber der Jet-Tankstelle. So hat er seit Oktober eine neue Waschanlage in Betrieb und führt im Laden teilweise Waren zu Supermarktpreisen. 'Dadurch wollen wir die Stammkundschaft weiter an uns binden', sagt Putzich. Er dementiert zudem Gerüchte, wonach seine Tankstelle vor dem Aus stehe. 'Wir machen jetzt erst recht weiter', so seine Einstellung. Für die Zu-kunft hofft er auf eine europaweite Angleichung der Steuersätze. So lange gilt es durchzuhalten.

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