Allgäu
Täglich motivieren fällt nicht schwer

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.

Bolsterlang Stefan Luitz zu Hause zu erwischen ist in diesen Tagen, mitten in der Saison, gar nicht so einfach. Von November bis April verbringt der 17-jährige Skifahrer nämlich die meiste seiner Zeit auf Wettkämpfen. Gerade erst kommt er von einem FIS-Rennen im österreichischen Lienz zurück. Im internationalen Starterfeld traten 150 Athleten aus 21 Nationen an. Stefan war nicht ganz so erfolgreich wie erhoffte, berichtet er: In einem der beiden Riesenslaloms schied er im ersten Durchgang aus. Beim zweiten Riesenslalom erreichte er nach einem guten zweiten Durchgang Platz 30.

Dass Stefan Luitz einmal diesen Weg einschlagen würde, lag quasi von Kindesbeinen an nahe: «Mit drei Jahren stand ich das erste Mal auf Skiern», erzählt der 17-Jährige, der bloß 100 Meter von einem Skilift entfernt aufgewachsen ist. Auch seine Eltern haben damals bereits Skikurse gegeben und der Sohn die ersten Gehversuche auf den Brettern bei ihnen unternommen. «Als ich sieben, acht Jahre alt war, habe ich dann meine ersten Rennen gefahren», erinnert sich Stefan.

Wer so früh anfängt und sein ganzes Leben lang dranbleibt, dem kann es ganz offensichtlich nicht schwerfallen, sich zu motivieren. Denn sonst wäre der Leistungssport längst irgendwo auf der Strecke geblieben. Stefan ist immer wieder aufs Neue begeistert von seiner Disziplin: «Es ist immer wieder etwas anderes. Man muss sich zum Beispiel auf verschiedene Hänge einstellen», berichtet er, dass das Skifahren für ihn niemals auch nur eine Spur eintönig wird.

Viel Kraft erforderlich

Hellwach muss er immer sein, wenn er auf den Brettern steht. Und vor allem in den Beinen, aber auch im Oberkörper, brauche der Skifahrer viel Kraft. Aber auch Ausdauer sei wichtig, ebenso wie der Ehrgeiz, es ganz nach oben zu schaffen. «Fürs Skifahren braucht man eigentlich alles.»

Deshalb ist jede Menge Training das ganze Jahr über obligatorisch. Im Sommer muss der 17-Jährige sechs Mal in der Woche «ran». Dann wird Krafttraining gemacht, beim laufen oder auf dem Rennrad die Ausdauer trainiert, oder es geht auf den Gletscher. «In der Saison ist man von November bis April mehr auf Wettkämpfen, da bleibt wenig Zeit fürs Trainieren.» Wenn doch, geht es meist nach Oberjoch. Um 9 Uhr morgens ist Trainingsbeginn, dann folgen bis mittags sechs oder sieben Läufe. Am Nachmittag stehen Stabilisationsübungen an.

Stefan freut sich, dass er in der Sportfördergruppe der Bundeswehr nun die Chance hat, sich voll und ganz auf den Sport zu konzentrieren. Als er noch zur Realschule ging, musste er seine Energie und Aufmerksamkeit stets zwischen Schule und Training aufteilen. «Das war schon ziemlich stressig und anstrengend», blickt er zurück. Mit dem Realschulabschluss in der Tasche und der Sportfördergruppe im Rücken ist dieser Konflikt nun Geschichte.

«Sport ist mir sehr wichtig, aber im Leben gibt es auch noch anderes wie zum Beispiel Gesundheit, Familie und Freunde», sagt Stefan. Seine Familie stehe voll hinter ihm, betont er. Die Zeit um Freundschaften zu pflegen ist hingegen oft knapp. So ziemlich jedes Wochenende und manchmal auch unter der Woche sind in diesen Monaten Wettkämpfe. Die meisten in Österreich und in der Schweiz.

Seinen bisher größten Erfolg feierte Stefan im vergangenen Jahr bei der Jugendolympiade in Polen: Dort schaffte er den zweiten Platz. In diesem Jahr hofft er auf die Teilnahme bei der Junioren-WM. Und das ganz große Ziel ist natürlich Olympia. «Bis dahin ist es aber noch ein sehr weiter Weg», weiß der Bolsterlanger.

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