Süchtige Angeklagte braucht den Strafvollzug

Kaufbeuren (bbm). - Trotz mehrerer Vorstrafen und eines schwebenden Berufungsverfahrens wurde eine 35-jährige Kaufbeurerin vor rund einem Jahr erneut straffällig. Jetzt musste sie sich wegen versuchter räuberischer Erpressung, Diebstahls und Handelns mit Betäubungsmitteln vor dem Schöffengericht verantworten. Die Taten hingen wohl allesamt mit der Drogenabhängigkeit der Frau zusammen. Die Angeklagte wurde unter Einbeziehung zweier vorausgegangener Freiheitsstrafen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren verurteilt. Haupt-Anklagepunkt war die versuchte räuberische Erpressung einer Bekannten. Die Angeklagte gab zu, dass sie mit der 21-Jährigen, die seinerzeit ebenfalls Drogenprobleme hatte, wegen einer angeschmorten Bettdecke aneinander geraten war. Sie habe von der jungen Frau, die im Herbst 2002 mit ihrem Freund bei ihr übernachtet habe, wegen der beschädigten Decke 100 Euro haben wollen, so die 35-Jährige. Ihre Bekannte bestritt als Zeugin vor Gericht den Brandschaden verursacht zu haben. In dem Bett habe seinerzeit ihr Freund übernachtet, sie selbst habe auf einem Sofa geschlafen. Bei einem zufälligen Zusammentreffen im Stadtgebiet eskalierte die Situation.

Laut Anklageschrift forderte die 35-Jährige das Geld, andernfalls werde sie ihrer Bekannten 'das Leben zur Hölle machen und ihr die Nase blutig schlagen'. Diese Formulierung bestritt die Angeklagte zwar, räumte aber ein, dass sie der jungen Frau für den Fall des Nichtbezahlens 'Stress' in Aussicht gestellt hatte. Dass die Angeklagte ihrer Kontrahentin wohl schon länger deutlich zugesetzt hatte, ergab sich aus der Auswertung des Handy-Speichers ihrer Bekannten durch die Polizei. Dabei wurden zahlreiche SMS-Nachrichten wiederhergestellt, in denen unter heftigen Beschimpfungen die Zahlung der 100 Euro verlangt wurde. Der Richter hatte keinen Zweifel an der versuchten räuberischen Erpressung, ging aber von einem so genannten minderschweren Fall aus. Neben dem Teilgeständnis der Angeklagten stellte er auch in Rechnung, dass die 'sehr raue Tonart' möglicherweise 'milieubedingt' war. Auch in zwei weiteren Anklagepunkten wurde die Angeklagte zumindest teilweise schuldig gesprochen. So war das Gericht trotz Leugnens der 35-Jährigen überzeugt, dass sie in einem Kaufbeurer Elektrohaus drei Handys hatte mitgehen lassen. Außerdem wurde sie wegen ihrer Beteiligung an einem Drogen-Handel verurteilt. In vier weiteren Fällen konnte ihr ein Betäubungsmittel-Delikt nicht nachgewiesen werden, sodass hier ein Freispruch erfolgte. Das Gericht kam zur Überzeugung, dass die mehrfach vorbestrafte Angeklagte 'die Strafvollstreckung braucht'. Die 35-Jährige befindet sich derzeit bereits wegen einer Verurteilung aus dem vergangenen Jahr in Haft. Vor dem Kadi

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