Suchtberatung erhält Verstärkung

Füssen | ha | Seit 25 Jahren gibt es die Suchtberatungs- und Behandlungsstelle der Caritas in Kaufbeuren und Füssen. Die Leiterin, Diplom-Sozialpädagogin Barbara Braunmüller, freut sich, dass ihr Team jetzt personell verstärkt wurde. Die erfahrene Fachkollegin Bernadette Bonczinski kam nach Füssen, wo sie in den Räumlichkeiten in der Ritterstraße 10 den ratsuchenden suchtkranken Menschen sowie deren Angehörigen zur Seite steht. 'Erste Kontaktaufnahmen erfolgen in der Regel telefonisch. Wir sind personell in der Lage, sehr schnell einen Beratungstermin anzubieten, meist schon innerhalb einer Woche', sagte Braunmüller unserer Zeitung.

Selbstverständlich sei bei der kostenlosen Beratungsstunde die Anonymität der Personen immer gewährleistet. Im Zeitraum eines Jahres berät und betreut das Team im Durchschnitt 150 Personen in der Füssener Caritas-Stelle. 'Rechnen wir Kaufbeuren dazu, steigt die Zahl auf circa 700 Personen', so die Leiterin, die in Füssen von der Diplom-Sozialpädagogin Ulla Nietzke-Wäbs unterstützt wird.

Regelmäßig treffen sich hier auch Selbsthilfegruppen. Jede wird von geschulten ehrenamtlichen Kräften geleitet. Die Leiter waren meist selbst jahrelang abhängig von Alkohol, Medikamenten oder illegalen Drogen. Doch sie haben sich ihre Probleme eingestanden und sich mit professioneller Hilfe davon befreit. Fachleute mit suchttherapeutischer Zusatzausbildung - wie die Füssener Kolleginnen - sollten die ersten Ansprechpartner bei Suchtproblemen sein. 'Der erste Schritt ist sehr schwer', weiß Leiterin Braunmüller. 'Wer seine Hemmschwelle jedoch überwindet, wird von uns auf seinem langen, schweren Weg begleitet, gesund zu werden.'

Es geht zunächst um die Entgiftung des von den Drogen gezeichneten Körpers. 'Darauf folgen gezielte therapeutische Reha-Maßnahmen.' Im Einzelfall werde entschieden, ob dies stationär oder ambulant möglich sein könnte. Braunmüller: 'Wir sind selbstverständlich auch bei der Antragstellung behilflich.'

Die Suchtproblematik habe viele Facetten. 'Gemeinsam ist allen Ratsuchenden, dass sie enorm unter Druck stehen. Der Führerschein wurde entzogen oder der Verlust des Arbeitsplatzes droht, weil sich zum Beispiel die Alkoholkrankheit nicht mehr länger verheimlichen lässt', schildert die Leiterin typische Beispiele.

Schleichender Beginn

'Wir würden uns natürlich wünschen, dass unser Angebot möglichst frühzeitig in Anspruch genommen wird. Tatsächlich wird das Problem aber unterschätzt. Die Sucht beginnt schleichend. Die betroffenen Personen geraten schnell in einen gewaltigen Strudel, dem sie überhaupt nicht mehr gewachsen sind.' Sich dem Hausarzt anzuvertrauen und das Gespräch mit einer Mitarbeiterin in der Caritas-Beratungsstelle zu suchen, ist auch dann wichtig, wenn die betroffene Person unter Essstörungen leidet. 'Eine Essstörung ist noch immer ein Tabu in unserer Gesellschaft', erklärt Nietzke-Wäbs. Betroffen sind nicht nur Frauen, es gibt auch Männer. Nicht zuletzt können sich auch die Menschen an das Team wenden, die unter 'Spielsucht' leiden.

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