Marktoberdorf / Ostallgäu
Suche nach Kandidaten oft zäh

An diesem Wochenende wird manch ein Kirchgänger länger also sonst am Schaukasten oder an der Tür zum Gotteshaus verweilen. Denn an diesem Wochenende wird auch im Dekanat Marktoberdorf die vorläufige Kandidatenliste für die im März anstehende Pfarrgemeinderatswahl bekannt gegeben. Ihr voraus ging ein häufig mühsamer Prozess, Personen zu finden, die für die nächsten vier Jahre dieses Ehrenamt übernehmen wollen.

«Stützen der Zukunft»

Ein Novum erleben die Marktoberdorfer Pfarreien St. Martin und St. Magnus. Dort wird erstmals seit deren Zusammenlegung zu einer Pfarreiengemeinschaft ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat gewählt. Bei Bischof Dr. Walter Mixa musste dafür eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden - die aber ohne Probleme genehmigt wurde, weil die Laien in den Pfarrgemeinden es so wollten. So werden im künftigen Pfarrgemeinderat acht Vertreter aus St. Magnus und zwölf aus St. Martin sitzen, berichtet Helmut Pachonik, Vorsitzender des Wahlausschusses.

Auch wenn es in beiden Pfarreien «keine Kandidatenflut» gegeben habe, sollten sich genügend Bewerber finden, ist sich Pachonik sicher. Zumal bis 7. Februar noch Vorschläge nachgereicht werden können. Positiv sei, dass auch Jugendliche wie zum Beispiel aus der Ministrantengruppe ihren Hut in den Ring werfen. «Gerade sie sind die Stützen der Zukunft.»

Überall in den Pfarreien hatten die Katholiken die Gelegenheit, Wahlvorschläge zu notieren und in ein Kästchen zu werfen. Auch konnte sich jemand selbst nennen, aber das seien höchst seltene Ausnahmen, wissen die Wahlvorstände und die Pfarrer im Dekanat. «Es gehen zwar viele Vorschläge ein, aber die Vorgeschlagenen lehnen oft ab», berichtet Dekan Erwin Ruchte von den Erfahrungen seiner Amtsbrüder. «Das ist schade.

» So sei es insgesamt sehr mühsam gewesen, einen solch großen Kreis zu rekrutieren, dass am Tag der Wahl (6./7. März) wirklich zwischen mehreren Bewerbern ausgesucht werden kann. Und dabei lautet der Wahlspruch für dieses Mal doch eigentlich: «Aus Überzeugung kandidieren - wählen - mitmachen».

Jemanden zu finden, der etwa beim Pfarrfest oder einem Seniorennachmittag mithilft, sei kein Problem. Aber sich auf vier Jahre zu binden, das wollten nicht viele, stellt Marcel Rappold fest. Der Klinikseelsorger am Klinikum Kaufbeuren ist seit dieser Periode Vorsitzender des Bernbacher Pfarrgemeinderats, des Dekantsrats und Mitglied im Diözesanrat.

Wenn sich jemand findet, seien die Beweggründe unterschiedlicher Natur, sagt Armin Ruf, als Referent für Gemeindeentwicklung im Landkreis und in Kaufbeuren tätig. Es sei die Herausforderung, Probleme zu lösen; die Einsicht, dass Kirche ohne Laien nicht funktioniert; das Bestreben, die Kirchengemeinde lebendig zu gestalten; der Wille, Ökumene zu pflegen und zu fördern; die Verpflichtung, Traditionen weiterzugeben.

Es menschelt auch dort

Dabei sei der Pfarrgemeinderat nicht frei von menschlichen Vorbehalten, sagen Ruf und Dekan Ruchte. Wie in jedem ehrenamtlichen Leitungsgremium müsse die Chemie zwischen dem Vorsitzenden und den weiteren Mitgliedern stimmen.

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