Marktoberdorf
Strom und Wärme aus der Kläranlage

Die Marktoberdorfer Kläranlage leistungsfähiger gestalten und aus dem Klärschlamm Energie gewinnen: Dies waren die Aufgaben, die die Ingenieurgesellschaft für Abwassertechnik Dr. Steinle lösen sollte. Die Auslastung zu optimieren, sei mit relativ geringem finanziellen Aufwand möglich, zeigte Dr. Eberhard Steinle auf. Teurer werde es, aus Klärschlamm Wärme und Strom zu gewinnen.

Steinle, dessen Büro die ertüchtigte Kläranlage konzipiert hatte, zeigte im Stadtrat zunächst die grundsätzliche Problematik auf. Vor allem durch Abwasser aus der Brauerei in Leuterschach sei die Kapazitätsgrenze in den vergangenen Jahren zeitweise sogar überschritten worden. Dies aber, so verdeutlichte Steinle, habe sich auf die Grenzwerte zum Beispiel für Phosphat und Nitrat nicht negativ ausgewirkt. Die Anlage habe trotzdem «eine hervorragende Reinigungsleistung».

Ausgelegt sei die Anlage auf 50000 Einwohnerwerte. Bei optimaler Nutzung der Verfahrenstechnik könnte diese auf bis zu 80000 gesteigert werden.

Auch mit der Klärschlammbehandlung beschäftigte sich der Experte. Beim Einsatz einer Faulung könnte die Menge, die dann noch verbrannt werden müsste, um 30 Prozent verringert werden, was der Stadt wiederum Entsorgungskosten spare. Ein weiterer Vorteil sei, dass das Biogas zur Erzeugung von Wärme und Strom verwendet werden könnte.

Bis zu 2,2 Millionen Euro

Als Nachteil zeigte Steinle die zusätzliche Belastung durch Stickstoff. Jedoch würden die Grenzwerte dank der Einleitung der Brauerei eingehalten. Als weiteres Manko nannte er den Aufwand für Betrieb und Wartung.

Ohne Faulung kostet eine Optimierung der Kläranlage zwischen 192000 und 232000 Euro. Mit Faulung ist die Stadt je nach Variante mit 1,87 bis 2,2 Millionen Euro dabei. Hinzu kommen jährliche Kosten von rund 280000 Euro.

Steinle riet in seinem Vortrag, der allein Informationscharakter hatte, vorerst nur die Verfahrenstechnik zu verbessern. Die Schlammfaulung sollte die Stadt eher mittelfristig in Angriff nehmen.

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