Oberallgäu
Streusalz in meisten Gemeinden üblich

Auch wenn es eiskalt ist, tauen Schnee und Eis dennoch auf Straßen und Wegen: Streusalz machts möglich. Eine Umfrage ergab, dass es nahezu jede Kommune im Oberallgäu verwendet - die einen mehr, die anderen weniger. Allerdings hat das Streusalz, das zu fast 100 Prozent aus Kochsalz besteht, auch nachteilige Wirkungen. Anja Naumann, Geschäftsführerin des Bund Naturschutz in der Kreisgruppe Kempten/Oberallgäu, weist daraufhin, dass es Pflanzen, Tieren und dem Wasser schadet. Genauso wie den Autos.

Während man Fahrzeuge in der Waschstraße von Salzresten befreien könne, sei das bei Pflanzen nicht so leicht möglich. Naumann: «Salz im Boden entzieht den Wurzeln Feuchtigkeit. Das kann dazu führen, dass Büsche oder Bäume absterben und keiner weiß, warum.»

Wie schaut es vor Ort aus? Die meisten Gemeinden nutzen ein Splitt-Sand-Gemisch für Straßen und Gehwege. «Damit erzielen wir eine gute Wirkung,» sagt Michael Rist von der Gemeinde Weitnau. Richard Kistler aus Wildpoldsried präzisiert: «Wenn das Eis aufgetaut ist und es gefriert wieder, dann friert der Splitt auf den Gehwegen mit ein und es bleibt griffig.» Auf Straßen sei auf Salz nicht zu verzichten, betont Kistler. «Sonst bilden sich tiefe Spurrillen.

» Außerdem seien die Gemeinden verpflichtet, gefährliche Stellen eisfrei zu halten, sagt Haldenwangs Bürgermeister Anton Klotz. Deshalb würden seine Mitarbeiter an exponierten Stellen überwiegend pures Salz verwenden. Splitt auf den Straßen hätte im Frühjahr den Nachteil, dass er eingesammelt und extra entsorgt, beziehungsweise vor einer Wiederverwertung gewaschen werden müsse. Das sei aufwendig und teuer.

Beschwerden wegen der Kiesel

Auch in Buchenberg wird Salz zum Auftauen verwendet. Die Bauhofmitarbeiter fräsen den Schnee von den Gehwegen in die Privatgärten. «Wenn Kiesel dabei sind, gibts immer wieder Beschwerden,» sagt Franz Schweiger. Übers Salz im Tauschnee habe sich noch niemand mokiert. «Und wir machen das seit vielen Jahren so.»

Anders verfahren dagegen die Wiggensbacher. Bauhofleiter Franz Immler: «Wir lassen frischen Schnee auf Gehwegen erst einmal liegen. Der ist griffig zum Laufen.» Der Geh- und Radweg nach Ermengerst werde auch nicht geräumt: «Die Leute freuen sich darüber, denn dann können sie ihre Kinder dort auf dem Schlitten sitzend ziehen.» Die Bürger seien zufrieden, wenn der Schnee nicht gleich weggeräumt werde und die Gemeinde spare Geld. Auf den Straßen werde freilich Salz verwendet, aber nur wenig.

Korrosionsschäden durch Salz

Ausgestreutes Salz komme übers Tauwasser in den Untergrund, wenn es übel läuft, sogar ins Grundwasser, gibt Naumann zu bedenken. Nicht nur die Pfoten von Tieren werden durchs Salz angegriffen, sondern sogar Bauwerke: Deren Metallverbindungen würden durch Salz schneller rosten.

Die Wertachbrücke zwischen Oy und Nesselwang beispielsweise muss demnächst umfassend restauriert werden. Ausschlaggebend sind laut Thomas Hanrieder vom staatlichen Bauamt «in erster Linie Korrosionsschäden, bedingt durch das Salzen der Fahrbahn.»

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019