Streit endet mit Schlag ins Gesicht

Kaufbeuren (bbm). - Beim Streit um Kompetenzen geriet in einem Kaufbeurer Imbiss ein 18-jähriger Mitarbeiter im November 2003 mit einer gleichaltrigen Arbeitskollegin handgreiflich aneinander und musste sich jetzt wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Der Angeklagte wurde unter Einbeziehung einer früheren Verurteilung zu einer einjährigen Jugend-Bewährungsstrafe verurteilt. Er muss außerdem an einem sozialen Trainingskurs teilnehmen und 600 Euro Geldauflage bezahlen. Strafrechtliche Konsequenzen wird das Verfahren wohl auch für vier Entlastungszeugen im Alter von 17 bis 20 Jahren haben. Die jungen Leute hatten nach Überzeugung des Vorsitzenden für den Angeklagten gelogen und müssen nun mit Verfahren wegen Falschaussagen rechnen. Die Zeugen, darunter der Bruder des Angeklagten, hatten gegenüber der Polizei detailliert die Version des 18-Jährigen gestützt, wonach sich das junge Mädchen seinerzeit selbst an den Haaren gerissen und hysterisch schreiend zu Boden geworfen hatte. Im Verfahren relativierten sie ihre Darstellungen zwar mehrheitlich dahingehend, dass sie nicht immer hingeschaut und deshalb nicht alles gesehen hatten. Sie versicherten aber allesamt, dass der Angeklagte seine Kollegin nicht geschlagen habe.

'Widersprüchlich und konstruiert' Der Staatsanwalt fand im Plädoyer deutliche Worte für das Aussageverhalten der Entlastungszeugen. Deren Äußerungen seien 'widersprüchlich, nicht nachvollziehbar und konstruiert'. Dagegen war die Aussage des Opfers für Anklagevertreter und Richter logisch und glaubhaft, auch wenn die junge Frau in Teilbereichen etwas unsicher gewesen sei. Sie hatte vor Gericht geschildert, dass sie den Angeklagten, der seinerzeit gerade eine Pause machte, aufgefordert habe ihr am Tresen zu helfen. 'Er sagte: ,Das mach' ich nicht.' Daraufhin sagte ich: ,Dann rufe ich den Chef an'', erinnerte sich die Zeugin. Sie habe dann Getränke eingeschenkt, als der Angeklagte sie plötzlich von hinten an den Haaren gepackt und hin und her geschüttelt habe. Sie sei in die Knie gegangen und habe, als sie sich wieder aufrappeln wollte, einen Schlag ins Gesicht erhalten. Dass der Angeklagte offenbar 'ein Problem im Umgang mit Frauen hat', hielt der Richter aufgrund einer früheren Verurteilung für wahrscheinlich, in der es um Auseinandersetzungen des jungen Mannes mit seiner Ex-Freundin gegangen war. Der Vorsitzende empfahl dem 18-Jährigen, diesen Aspekt seiner Persönlichkeit zu überdenken. Andernfalls drohten erneute Straftaten, die dann mit Haft geahndet würden. Der Richter machte dem Angeklagten auch deutlich, dass das jetzige Verfahren bei einem Geständnis vermutlich eingestellt worden wäre, weil die Tat vor dem vorangegangenen Urteil geschehen war.

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