Storcheneier im Brutschrank

Wangener Störchin tot - Rettungsversuche vergeblich Wangen Die dreijährige Wangener Störchin ist verendet. Die Störchin war verletzt, entkräftet und flugunfähig aufgefunden worden, nachdem sie erst vor wenigen Tagen noch fünf Eier gelegt hatte.

'Sie hat traurig und schwach ausgesehen, und um 11.30 Uhr ist sie dann zusammengebrochen und eingegangen', sagt Alfons Raible. Der Vogelfachmann hatte versucht die Störchin auf seinem Hof auzupäppeln. 'Ich war bei ihr und habe sie gestreichelt.' Ein Bauhof-Mitarbeiter übernahm die Überführung des Kadavers nach Aulendorf. In der dortigen Staatlichen Veterinärmedizinischen Lehr- und Forschungsanstalt soll nun heraus gefunden werden, was dem jungen Leben des Vogels ein frühes Ende bereitet hat. Mit einem Ergebnis ist Ende der Woche zu rechnen. Georg Heine, der Vorsitzende des Wangener Naturschutzbundes (NABU), wollte nicht ausschließen, dass die Störchin einen vergifteten Happen erwischt hat. Die Flügelverletzung des Vogels sei 'nicht so gravierend' gewesen. Der Wangener Hubert Hänsler hatte den geschwächten Weißstorch vor der Tür seines Hauses in der Roßgasse gefunden. Hänsler alarmierte erst einen Tierarzt und dann die Polizei. Die beorderte schließlich den Naturschutzbeauftragten Gerhard Lang in die Roßgasse. Lang packte die Störchin in sein Auto und brachte sie auf den Hof seines Stadtratskollegen Alfons Raible. Dort versuchte man den Vogel mit einer Fischmahlzeit aufzupäppeln- vergeblich. Die fünf Storcheneier werden nun in einem der Brutkästen des Itzlinger Geflügelzüchters Adalbert Sohler weiter bebrütet. Sollten die Eier befruchtet sein, hätte Sohler außergewöhnliche Gäste in seinem Hühnerstall. Das allerdings ist keineswegs sicher. 'Wir gehen davon aus, das die fünf Eier das erste Gelege der jungen Störchin waren', sagte Heine gestern, 'da kann es auch einmal sein, dass die Eier gar nicht befruchtet waren.'Alleinerziehende Väter sind in Storchenfamilien nicht denkbar. Den Storchenmännchen fehlt die Bruthitze, um eine Gelege auszubrüten. Die Körperwärme der Storchenmänner reicht allenfalls, die Eier warm zu halten, während die Storchendame was zu Fressen holt. Die 32-tägige Brüterei ist also ein Gemeinschaftswerk mit verteilten Rollen. Georg Heine nimmt an, dass der Storchen-Witwer nun 'ein oder zwei Tage wartet', ehe er das falsche Gelege aufgibt und sich eine neue Partnerin sucht. Dass der aus Frankreich zugezogene Storchenmann mit neuer Partnerin wieder auf dem Kornhaus-Horst Quartier nimmt, hält Heine für denkbar, aber nicht besonders wahrscheinlich. Sollten sich im Brutkasten in etwa vier Wochen elternlose Storchenküken einstellen, müssten sie von Menschenhand aufgepäppelt werden.

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