Kaufbeuren
«Stolz, dass wir armen Kindern helfen können»

Ob das Kaufbeurer Rathaus den Segen Gottes ganz besonders braucht, ist nicht bekannt. Wer allerdings gleich von rund 30 Sternsingern auf einmal Besuch erhält, der darf sich der göttlichen Gunst durchaus versichert sein. Bürgermeister Gerhard Bucher empfing die Gruppen aus den Kaufbeurer Pfarrgemeinden gestern im Rathaus.

Er bedankte sich bei den Kindern für ihr wohltätiges Engagement und erzählte von seinen eigenen Erfahrungen als Sternsinger: «Bei manchen Häusern wurden wir damals abgewiesen. Ich hoffe, Euch passiert das heuer nicht.» Schließlich sei es eine wunderschöne Tradition, die in unserer Gegend einfach zur Weihnachtszeit dazugehöre.

Dass der Besuch im Rathaus für die 6- bis 14-jährigen Kinder etwas Besonderes ist, bestätigte Julius (11): «Man kommt ja nicht alle Tage hierher und dann ist es auch noch für einen guten Zweck.» Kindern im afrikanischen Senegal kommen die Spenden dieses Jahr zugute. Um den jüngsten Bewohnern der Dritten Welt zu helfen, nehmen die Sternsinger auch gerne frostige Temperaturen und weite Fußwege in Kauf. «Wir sind stolz darauf, dass wir die armen Kinder in Afrika unterstützen können», sagt Dominik (14).

Doch auch die Freude der Menschen, die die Sternsinger an den Haustüren empfangen, sei eine Belohnung für den freiwilligen Einsatz, den die Jugendlichen schon seit mehreren Tagen und noch bis zum morgigen Dreikönigstag leisten. «Vor allem die älteren Leute sind oft gerührt, wenn wir vor der Tür stehen», erzählt der zehnjährige Christoph.

Auch Erlebnisse zum Schmunzeln widerfahren den Ministranten mitunter auf ihrem Weg durch die Stadt. «Eine Frau hat sich gleich umgezogen und die Haare gekämmt, als wir gekommen sind», lacht Christoph. Hin und wieder müssten waghalsige Balanceakte auf allerhand Kisten oder wackeligen Hockern bewältigt werden, um die obligatorischen Lettern an die Türstöcke schreiben zu können.

In knapp drei Meter Höhe

So hoch wie im Sitzungssaal des Kaufbeurer Rathauses musste aber bislang noch kein Sternsinger klettern. Dort wird der Spruch auf eine hölzerne Tafel in knapp drei Meter Höhe geschrieben - in diesem speziellen Fall nur mit einem Bistrotisch zu meistern. Für den gemeinsamen Gesang der Sternsingergruppen gab es von Bürgermeister Bucher schließlich Geld für die vielen verschiedenen Opferkästchen und jede Menge Süßigkeiten.

Bis zu 100 Euro haben die Kinder bei einzelnen Besuchen in den vergangenen Tagen für ihre Sammelaktion erhalten. «Manche Leute sind schon sehr spendabel», freut sich Stefan Lochschmidt, der seit mehreren Jahren als Betreuer und Organisator für die Sternsinger der Herz- Jesu-Pfarrgemeinde fungiert. Deswegen wollen seine Schützlinge morgen noch ein wenig schneller laufen, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Die armen Kinder im Senegal sollen auch etwas vom Weihnachtsfest haben. Das Rathaus war dabei nur eine Station auf dieser Mission. Wenn auch eine Besondere.

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