Kempten
Stefan Müller in Olymp der Enduro-Fahrer aufgestiegen

Üblicherweise stehen nur die Sieger im Rampenlicht, während der Zweite der erste Verlierer ist. Doch bei den Extrem-Endurorennen ist das anders. Wer dort das Ziel erreicht, hat außergewöhnliche Fähigkeiten bewiesen. Und wer die größten und härtesten Rennen der Welt besteht, wird gleichsam zum Enduro-Ritter geadelt. Stefan Müller ist nun in den Olymp aufgestiegen: Bei seiner ersten Teilnahme an der «Roof of Africa» in Lesotho kam er gleich ins Ziel.

Das Rennen in dem winzigen Königreich mitten in Südafrika wurde erstmals 1967 ausgetragen. Nach zwischenzeitlichen Problemen ist es wieder in die erste Liga der Extrem-Endurorennen neben dem Erzbergrodeo in der Steiermark oder den Romaniacs in Rumänien aufgestiegen. Dort war Müller je vier Mal im Ziel. Nun wollte er das auch in Afrika schaffen.

Über Geröll, Steine. Felsen

Der Kemptener war einer von 280 Teilnehmern, darunter eine ganze Reihe Titelträger wie Darryl Curtis, Jade Gutzeit, Louwrens Mahoney (alle Südafrika) oder Andreas Lettenbichler (Rosenheim). Das Rennen bei über 30 Grad in den Drakensbergen hatte besonders viele Steilauffahrten über Geröll, Steine und Felsen zu bieten.

Aber das ist der 43-jährige Europacupsieger von 2001 gewohnt. Doch die diesjährige Roof in einer gigantischen Landschaft hatte es in sich: «Die Strecke war sauschwer. Das waren extreme körperliche Strapazen», so Müller. Nach dem ersten Tag lag der KTM-Pilot wie erschlagen im Bett und konnte dennoch kaum schlafen. Die folgenden Tage wurden nicht leichter.

Zwar wurde die Strecke verkürzt, weil selbst der Titelverteidiger und spätere Sieger, der mehrfache neuseeländische Meister Chris Birch, Passagen nicht schaffte. Der verbliebene Teil im südafrikanischen Busch forderte dennoch seinen Tribut. Stürze und Umfaller waren an der Tagesordnung, aber Müller kam mit Beulen und Prellungen davon. «Nichts Ernsthaftes», sagte er. Doch der dreifache Roof-Sieger Mahoney, Kyle Redmont (USA) oder Lettenbichler mussten die Segel streichen.

Am Ende kamen nur 26 Fahrer ins Ziel. «Und die waren alle völlig am Ende. Das war kein Spaß», so Müller.

Als zweitbester Deutscher im Ziel

Er kam auf dem 17. Platz als zweitbester Deutscher ins Ziel. «Ich war wirklich nicht schlecht», sagte er bescheiden. Damit ist Müller nach Stefan Zwerenz aus Memmingen der zweite Allgäuer, der die drei ganz großen Herausforderungen im Endurosport schaffte.

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