Statt Polizeiposten ein Bürgerbüro

Aitrach (weg). - Die Strukturreform bei der baden-württembergischen Polizei geht am Illertal nicht spurlos vorüber. Der Polizeiposten Aitrach wird aufgelöst. Statt dessen wird es in der Gemeinde ein Bürgerbüro geben. So ist es jedenfalls von der Polizeidirektion Ravensburg geplant. 'Es hätte schlimmer kommen können', sagt Aitrachs Bürgermeister Peter Alexa. Er ist davon überzeugt, dass sich für den Bürger 'kaum etwas spürbar ändern wird'. Die Polizei werde weiterhin in Aitrach präsent sein, nur dann eben nicht als eigener Posten, sondern als Organisationseinheit des Polizeireviers Leutkirch. Bislang taten zwei Beamte in Aitrach Dienst. Ob das so bleibt? 'Das muss noch geklärt werden', sagte gestern Polizeipressesprecher Michael Kuhn. Rein theoretisch könnte der Leutkircher Polizeichef, in dessen Zuständigkeitsbereich Aitrach fällt, Wechseldienst anordnen. Bürgermeister Alexa geht davon aus, dass er dies nicht ohne Not tun wird. 'Unsere Polizisten' erfreuten sich der Akzeptanz in der Bevölkerung, verfügten über die erforderliche Ortskenntnis und Sachkompetenz. Als die ersten Pläne zur Schließung von Polizeiposten bekannt wurden, schrieb Bürgermeister Alexa im Auftrag des Gemeinderats an den Leitenden Polizeidirektor, Roland Koch, in Ravensburg und an Innenminister Thomas Schäuble in Stuttgart. Argumente, die er damals für den Verbleib der Polizei in Aitrach ins Feld führte, waren unter anderem die große Entfernung zu den Polizeidienststellen in Bad Wurzach und Leutkirch, die Randlage an der Kreisgrenze zu Biberach und der Landesgrenze zu Bayern und zunehmende polizeiliche Brennpunkt-Situation durch die Nähe zum Oberzentrum Memmingen und dem Eurorastpark in Aichstetten. Aichstetten gehört in den Zuständigkeitsbereich der Aitracher Polizei.

425 000 Mark investiert Mögen diese Punkte alle in die Strukturpläne eingeflossen sein - einen gewichtigen Punkt sieht Peter Alexa auch darin, dass die Polizei im alten Aitracher Rathaus 1998 Teileigentum erworben und 2000 dort die Räumlichkeiten für ihre Bedürfnisse großzügig umgebaut hat. Insgesamt hat das Land damals 425000 Mark ausgegeben. 'Diese Investitionen wären bei einer Schließung des Polizeipostens größtenteils verloren.' Dass die Strukturreform an ihnen nicht vorbeigehen würde, damit haben Polizeioberkommissar Robert Sohler und Polizeihauptmeister Josef Buchschuster rechnen müssen, denn aus Sicherheitsgründen müsse man von den Zwei-Mann-Posten wegkommen. Sie würden sich freuen, wenn ihre Dienststelle als Bürgerbüro fortbestehen könnte. Gemessen an ihrer Tätigkeit wäre dieses Bürgerbüro vielleicht sogar der passendere Begriff als Polizeiposten.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018