Kempten
Statt Museum bald Buchausleihe oder Tourist-Info?

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Zieht die Touristinfo um ins Zumsteinhaus? Braucht der Archäologische Park eine bessere Verkehrsanbindung? Und: Werden Alpinmuseum und Alpenländische Galerie tatsächlich aufgelöst? Mit diesen und vielen weiteren Fragen im Zusammenhang mit den Kemptener Museen wird sich demnächst der Schul- und Kulturausschuss beschäftigen. Möglicherweise im Februar, so heißt es aus dem Büro des Oberbürgermeisters, soll das Konzept für die Museumsentwicklung vorgestellt werden. Rund ein Jahr lang hatte ein Arbeitskreis aus Fachleuten, Politikern und Vertretern der Schulen an dem Zukunftsmodell für die Ausstellungshäuser getüftelt. Dahinter steht die Hoffnung, endlich Leben in die unter chronischem Besuchermangel leidenden Museen zu bringen.

Die Vorgeschichte: - Bereits 2006 ließ die Stadt ein Gutachten zu den Kemptener Museen erstellen. Dieses prangerte vor allem eine nicht mehr zeitgemäße Präsentation und schlechte Vermarktung an. 2008 wurde dann eine Befragung des Mittelstands-Instituts der Kemptener Fachhochschule präsentiert, an der der rund 900 Touristen und Einheimische teilgenommen hatten. Dabei zeigte sich, dass viele die Museumsangebote gar nicht kennen - nur etwa ein Drittel der Befragten hatte überhaupt schon vom Allgäu-Museum im Kornhaus gehört. Neue Dynamik bekam die Diskussion schließlich Anfang 2009, als der Stadtrat beschloss, in der mittelalterlichen Erasmuskapelle am St.-Mang-Platz einen archäologischen Schauraum einzurichten.

Das ist vom Konzept bekannt: Zwar hüllen sich die Veranwortlichen noch in Schweigen, welche Häuser konkret geschlossen werden sollen. Allerdings ist bereits bekannt, dass sich Kempten künftig nur noch maximal drei klassische Museen leisten möchte. Das Konzept sieht dabei folgende Schwerpunkte vor: Römer (konzentriert im Archäologischen Park, der angeblich besser erschlossen werden soll), Doppelstadt (unter anderem mit dem unterirdischen Schauraum) und Besonderheiten des Allgäus (als Teil des Allgäumuseums, das aber eventuell neue Räume bekommen könnte).

Teile der Bibliothek verlagern?

Doch es gibt bei den Planungen noch mehr zu berücksichtigen. Zum Beispiel die Raumnot bei der Stadtbibliothek in der Orangerie. So wird bereits darüber spekuliert, ob nach einer Schließung von Alpinmuseum und Alpenländischer Galerie ein Teil der Bücher im Marstall untergebracht werden könnte. Außerdem soll fraglich sein, ob das marode Beginenhaus in der Altstadt überhaupt in naher Zukunft eingebunden werden kann ins Museumskonzept. Immerhin werden die Sanierungskosten für das 650 Jahre alte Haus auf 2,5 Millionen Euro geschätzt.

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