Station 90316 voll unter Kontrolle

Ottobeuren (bum). - 'Wenn ich aufstehe, mache ich als erstes das Fenster auf und schaue, ob es Nebel, Reif oder Schnee hat oder vielleicht stürmisch ist.' So beginnt der Tag für Helga Albrecht. Sie ist seit über 25 Jahren Wetterbeobachterin für den Deutschen Wetterdienst und wurde vor einigen Wochen für diesen Dienst auch ausgezeichnet. Das Wetter sei für sie schon immer ein Thema gewesen, habe doch schon ihr Vater Niederschläge gemessen und seine Wetterbeobachtungen aufgezeichnet. Jetzt führt Helga Albrecht Tagebuch für die 'Niederschlagstation 90316' im Süden der Marktgemeinde Ottobeuren, 665 Meter über Normalnull. Jeden Morgen gegen sieben Uhr kontrolliert sie die kleine Tonne aus Edelstahl, die an einer ausgewählten Stelle am Gartenzaun angebracht ist und die Niederschläge auffängt. Jeden Tag, egal ob Sonntag oder Feiertag. Vom Auffangbehälter im oberen Teil läuft das Wasser aus dem Behälter in eine kleine Kanne. Diese entleert Helga Albrecht sorgfältig in eine Messröhre. Den Schnee der letzten kalten Wochen musste sie allerdings zuerst auftauen. Solange kommt dann der Wechselbehälter zum Einsatz. Fein säuberlich finden sich die Mengen im Tagebuch. Aber auch während des Tages registriert Helga Albrecht jeden Wetterwechsel und notiert dann beispielsweise 'Regen mit Unterbrechung', 'Gewitter gegen Mittag' oder morgendliches Glatteis. Temperaturmessungen fallen nicht in ihren Aufgabenbereich. 'Bei besonderen Ereignissen wie Hagel oder bei mehr als 400 Millimeter pro Quadratmeter Regen muss ich sofort beim Wetteramt anrufen', erzählte sie. Im nassen Jahr 2002 sei das gleich viermal der Fall gewesen und 2003, erinnert sie sich immer noch beeindruckt, 'war es nur noch trocken!' Alljährlich erhält die Wetterfrau einen Jahresüberblick vom Wetterdienst. Demnach war 2003 das Wetter in Südbayern im Mittel zu trocken. Nur 61 Prozent der üblichen Jahresniederschläge wurden erreicht. Im Juni und im August war es um 5 Grad zu warm, im Juli um ein Grad.

Direkt verbunden Seit etlichen Monaten steht in Albrechts Garten eine zweite Wetterstation, die über ein Funkmodem direkt mit dem Wetterdienst verbunden ist. Bei Albrechts ist auch schon ein Terminal installiert, über das die Wetterstation 90316 in nicht allzu ferner Zukunft 'online' geschaltet wird. Dann werden die täglichen Messwerte und andere Beobachtungen direkt verschickt. Bei Prognosen für 2004 zeigte sich die Ottobeurerin zurückhaltend. Sie hält sich lieber an die Fakten: An Niederschlägen für die Monate Januar und Februar hat sie insgesamt 135,5 Millimeter pro Quadratmeter gemessen. Im Vorjahr waren es 113,4 Millimeter, und das wie 2003 auch meist in Schnee. Wie wäre es dann mit einer alten Bauernregel: Ist der Januar hell und weiß, kommt der Frühling ohne Eis, wird der Sommer sicher heiß

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