Pfronten
Start für die Geriatrie

«Früher mussten wir sagen: Das können wir vom Pflegeaufwand her nicht leisten», sagt Pflegedienstleiterin Angelika Schuchard. Jetzt steht in Pfronten ein Mitarbeiterstab von rund 18 Vollkräften wie Ärzten, Pflegern, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten bereit, um sich in der neuen Abteilung für geriatrische Rehabilitation der Reha-Klinik St. Vinzenz um 20 Patienten zu kümmern.

«Überschaubar und familiär» beschreibt Angelika Schuchard das Umfeld, in dem ältere Patienten etwa nach Stürzen oder Operationen wieder fit für den Alltag gemacht werden. «Wir klopfen die gesamte Situation des alten Menschen ab», so Chefarzt Dr. Markus Brenner: «kognitiv, körperlich, sozial und seelisch». Denn Depressionen nehmen im Alter zu, sind aber behandelbar, wie Dr. Brenner betont. Neben Psychotherapie setzt die Klinik dabei unter anderem auf Beschäftigungstherapien. Aber auch die Wohnung des Patienten kann zum Thema werden. «Zum Teil gibt es Hausbesuche durch den Ergotherapeuten», so Dr. Brenner. Er prüft vor Ort, welche Hilfsmittel oder Umgestaltungen nötig sind. Wie er selbst wieder klarkommt, übt der Patient bereits in der Klinik in einer Lehrküche und einem Lehrbad, das die Verhältnisse zu Hause nachstellt.

Für das Bewegungstraining steht die umgebaute Physiotherapie-Abteilung der Klinik zur Verfügung. Unter anderem wurde das vier Mal sechs Meter große Bewegungsbecken saniert. Einerseits erleichtert das Wasser Bewegungen, weil es die Schwerkraft vermindert, so Walter Rinder, Leiter der Physiotherapie. Andererseits erhöht es durch den Widerstand den Trainingseffekt.

Der Aufenthalt in der Geriatrie dauert in der Regel drei Wochen. 70 bis 80 Prozent der Patienten in Pfronten werden dabei aus dem eigenen Haus, sprich der Akutklinik St. Vinzenz kommen, schätzt Chefarzt Dr. Brenner: «Der Zulauf ist ganz gut.» Auch aus Augsburg kommen dank der guten Beziehungen zum Vincentinum, das wie früher die Pfrontener Klinik von den Vinzentinerinnen betrieben wird, Patienten nach Pfronten.

Rund eine Million Euro hat die Klinik in ihr neues Angebot investiert: zwei Drittel davon in den Umbau der Krankenhausstation zur Geriatrie, den Rest für den Umbau und die Erweiterung der Physiotherapie. Ein neues Domizil hat übrigens auch die Verwaltung der Klinik gefunden: Für sie wurde ein Trakt des Dachgeschosses umgebaut.

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