Irsee
Stark eingeschränkt

Das Jahr 2010 fängt für Irsee wenig vielversprechend an: Da der Landkreis mehr Geld von den 45 Ostallgäuer Kommunen will (wir berichteten), gleichzeitig aber die Steuereinnahmen sinken, sei der Investitionsspielraum der Kommune heuer stark eingeschränkt, kündigte Bürgermeister Andreas Lieb bei der Bürgerversammlung an. Dennoch werde die Gemeinde ihr Ziel, ein bürgerfreundliches Irsee, nicht aus den Augen verlieren.

Dazu wurden 2009 der Sportplatz weitgehend fertiggestellt, der Ort fast komplett als Tempo 30-Zone ausgewiesen oder das Gerichtshaus erneuert. Dort ist inzwischen eine Arztpraxis, und demnächst ziehen eine Töpferei und die Geschichtswerkstatt ein: «Unser Ziel war der Erhalt und die Sanierung des geschichtsträchtigen Gebäudes», so Lieb. Im nächsten Jahr stehen soziale Themen wie ein Seniorenkonzept - erstmals sind seit vorigem Jahr die über 66-Jährigen die größte Altersgruppe in Irsee - oder die dauerhafte Unterstützung der Vereine im Vordergrund.

Dazu sind Strukturverbesserungen geplant: Bebauungspläne für die Mühlstraße und Oggenried, Breitbandversorgung, Fotovoltaikanlagen oder die Kanalsanierung am Staffel/Ziegelweg. Dort wurden die Einwände der Anwohner in eine neue Planung eingearbeitet, erläuterte Klaus-Jürgen Fischer vom Ingenieurbüro.

Demnach erhöhen sich die Kosten auf etwa 370000 Euro. Dafür werden ein Teil der Kanäle und Rohre neu gebaut, partiell saniert, stillgelegt oder mit Schläuchen verdichtet sowie Drei-Kammer-Gruben stillgelegt. Die Maßnahmen könnten in zwei Bauabschnitten erfolgen und seien nachhaltig. Drei Anwesen müssten sich mit Kleinkläranlagen selbst versorgen, die aber zuschussfähig seien, so Fischer.

Gegen Ende des Jahres soll dann der Oggenrieder Weiher attraktiver gemacht werden. Zwar sei die Wasserqualität hervorragend. Aber: «Wir kennen den Fischbestand nicht. Man kann inzwischen fast durchlaufen, weil er so verschlammt ist», meinte Lieb.

Zweiter Bürgermeister Bertram Sellner schlug deshalb nach Gesprächen mit Experten vor, die Fische abzufischen, den Weiher auszulassen, Muscheln und Krebse zu sammeln und dann den Schlamm ausbaggern zu lassen. Der Gemeinderat will bald darüber entscheiden. Bevor die Bürger sich dann vor allem zur Kanalsanierung zu Wort meldeten, mahnte der Bürgermeister, dass Haus- und Grundbesitzer ihrer Räum- und Streupflicht nachkommen und auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung abschließen sollten.

Nachdem der Gemeinderat kürzlich die Installation einer Steckdose für Elektromobile am Bürgerhaus beschlossen hatte, informierte diesmal Monika Echtermaier von «movelo» über elektrische Mobilität: Die Firma richtet derzeit «movelo-Regionen» mit Verleihstationen für Fahrräder mit E-Motor und Ladestationen für deren Akkus ein.

Gemeinden, Betriebe oder Bürger mieten dafür von movelo sogenannte Pedelecs für 99 Euro pro Monat und können diese für 20 Euro pro Tag vermieten. Im Allgäu gibt es bereits einige Stationen - movelo strebt aber 80 Stück an, damit die Kunden die gesamte Region durchqueren können: «Durch umweltbewusste Mobilität touristisch attraktiver werden», wirbt Echtermayer.

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