Städtische Dächer als Mietobjekte gefragt

Kempten (pa). - Bislang interessierten sich nur die Taubenschwärme dafür. Doch neuerdings sind die Dächer städtischer Gebäude auch wirtschaftlich ins Blickfeld geraten: Als Standorte für großflächige Photovoltaikanlagen nämlich. Bei der Stadt haben bereits etliche Interessenten angefragt, ob sie die Dächer zur Erzeugung von Solarstrom mieten könnten. Der Umweltausschuss hat dem jetzt grundsätzlich zugestimmt. Allerdings mit der Einschränkung, dass solche Einnahmen nur zweckgebunden verwendet werden. Seit im vergangenen Jahr die 'Sonnenstromförderung' beschlossen wurde, hat ein regelrechter Photovoltaik-Boom eingesetzt. Denn den Betreibern wird auf lange Zeit eine deutlich höhere Vergütung für den Solarstrom garantiert. Und weil es für Anlagen, die auf Gebäuden angebracht sind, noch einmal einen satten Aufpreis gibt, sind große Dachflächen bei den Investoren besonders begehrt. Zunächst hatte die Verwaltung, berichtete Hochbauamtsleiter Hans Henkel im Umweltausschuss, untersucht, ob es ökologisch und wirtschaftlich Sinn mache, wenn die Stadt selbst auf ihren Dächern Solarkraftwerke installiert. Das wurde dann aber verworfen. Denn dafür wären enorme Investitionen erforderlich. Erstens hat die Stadt so viel Geld nicht. Zweitens und vor allem aber, so Henkel, sei die Photovoltaik von allen Arten der regenerativen Energieerzeugung beziehungsweise der Kohlendioxid-Reduzierung die teuerste. Mit anderen Maßnahmen und geringerem Kapitaleinsatz ließen sich wesentlich höhere Effekte beim Einergiesparen und für die Umwelt erzielen. Einverstanden ist der Umweltausschuss hingegen damit, dass die Stadt geeignete Dachflächen an private oder gewerbliche Betreiber vermietet. Zur Bedingung machte das Gremium aber, dass die Mieterträge nicht zum Stopfen irgendwelcher Haushaltslöcher, sondern für die 'energetische Verbesserung städtischer Gebäude verwendet werden'.

Maximal 100000 Euro sind drin Grundsätzlich in Frage kommen laut Henkel insbesondere die Dächer des Feuerwehrhofs, der Allgäuhalle und etlicher Schulen. Allerdings könne man, schon wegen der Statik und aus gestalterischen Gründen, die Dächer nicht komplett mit Modulen zupflastern. Nach derzeitigem Stand sei von etwa 3000 bis 4000 Quadratmetern nutzbarer Dachfläche auszugehen. Dafür könne die Stadt, einmalig und im Voraus, Mieten zwischen 75000 und 100000 Euro erlösen. Allerdings müsse das alles noch im Detail geprüft werden. So kämen nur Dächer in Frage, die in den nächsten 20 Jahren nicht saniert werden müssen.

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