Stadt bildet genug Nachwuchs aus

Von Bernd Skischally, Die geplante Ausbildungsplatzabgabe bereitet nicht nur den Wirtschaftsverbänden große Sorgen: Auch Kommunen, die nicht genügend Nachwuchs ausbilden, hätten nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung hohe Strafen zu erwarten. Bei der Stadt Memmingen ist man jedoch optimistisch: 'Wir bilden in den Bereichen Verwaltung, Handwerk und Pflege bereits genug aus', sagt der Personalchef, Paul Schmidberger. Unklar sei derzeit allerdings, inwieweit etwa Beamtenanwärter oder Lehrlinge im Pflegebereich als städtische Auszubildende für die Abgabeberechnung anerkannt werden. Betriebe und Kommunen, deren Lehrstellen weniger als sieben Prozent ihrer Mitarbeiterzahl ausmachen, müssten bei Einführung der Ausbildungsplatzabgabe Geld in einen Fonds einzahlen. Arbeitgeber, die über diese Quote hinaus ausbilden, erhalten nach dem Gesetzentwurf der rot-grünen Regierung im Gegenzug Fördermittel.

Momentan 156 Lehrlinge Mit 156 Lehrlingen bei rund 2100 Beschäftigten liegt die Stadt Memmingen laut Schmidberger momentan knapp über der Sieben-Prozent-Hürde. 'Das trifft allerdings nur zu, wenn unsere 87 Azubis im Pflegebereich anerkannt werden', betont er. Da die von der Stadt beschäftigten Kranken- und Altenpfleger - wie in diesem Beruf üblich - zum Teil über Praktika ausgebildet werden, sei noch nicht geklärt, ob sie bei der Berechnung der Ausbildungsplatzabgabe als städtische Lehrlinge eingestuft werden, erklärt Schmidberger. Probleme könnte es auch bei den Beamtenanwärtern geben, von denen die Stadt derzeit vier beschäftigt: Da diese nicht sozialversicherungspflichtig seien, bekomme sie die Stadt eventuell nicht als Auszubildende angerechnet, sagt der Personalchef. 'Es sind noch einige Fragen offen. Wie Kommunen letztlich die verschiedenen Beschäftigungsarten einzustufen haben, muss der Gesetzgeber noch klären', bringt es Schmidberger auf den Punkt. Zitat Im Ernstfall müsste die Stadt wohl abwägen, was teurer käme: Mehr ausbilden oder die Strafe in Kauf nehmen} Paul Schmidberger, Leiter des Personalamts der Stadt Memmingen. Er hält es generell für wenig sinnvoll, wenn die Stadt gezwungen wird, ihre Zahl an Auszubildenden zu erhöhen. 'Wir bemühen uns seit Jahren so gut es geht, jungen Leuten die Chance auf eine Lehrstelle zu geben', sagt Schmidberger, betont aber gleichzeitig: 'Jeder Azubi kostet die Stadt jährlich zwischen 9000 und 12000 Euro. Angesichts der Haushaltslage muss daher schon geprüft werden, wie viel Bedarf tatsächlich besteht.' Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger zeigt sich in diesem Zusammenhang optimistisch: 'Falls die Ausbildungsplatzabgabe überhaupt zustande kommt, bin ich überzeugt, dass die Kommunen keine finanziellen Benachteiligungen zu erwarten haben.'

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