Memmingen
Stadt bietet Schülern Essen an

Die Stadt wird Schulen mit Ganztagsangeboten im kommenden Jahr ein subventioniertes Mittagessen über die Stadt Memmingen Service GmbH anbieten. Das hat die Mehrheit des Kultursenats jetzt beschlossen. Ein Hauptgericht soll 3,80 Euro kosten. Bedürftige Schüler zahlen weniger, da sowohl der Freistaat als auch die Stadt jeweils 200 Euro pro Kind im Jahr zuschießen. Das entspricht zwei Euro pro Essen. Als bedürftig gelten Kinder, die selbst oder deren Erziehungsberechtigte zum Beispiel Hartz IV- oder Sozialhilfeempfänger sind. Den staatlichen und kommunalen Zuschuss erhalten auch Schulen, die bestehende Verpflegungskonzepte fortführen möchten.

Wie Sabine Ganser, Leiterin des Schulverwaltungsamtes, erläuterte, hat die Stadt zusammen mit Schulleitern folgendes Konzept für die Schüler-Verpflegung ausgearbeitet:

Die Ausgabe der Essen (Personal und Management) erfolgt über die Stadt Memmingen Service GmbH, an der die Stadt mit 51 Prozent beteiligt ist. 49 Prozent hält die Firma Lattemann und Geiger Dienstleistungsgruppe aus Kempten.

Um zu gewährleisten, dass bedürftige Kinder nicht diskriminiert werden, wird ein bargeldloses, anonymes Internetbestell- und bezahlsystem mit Chipkarte eingeführt.

Der Essenslieferant wird die Speisen im «Cook & Chill-Verfahren» herstellen (siehe Infokasten)

Laut Ganser wollen bislang folgende Schulen nach diesem Konzept beliefert werden: Bismarckschule, Lindenschule, Reichshainschule und Bernhard-Strigel-Gymnasium.

Kontroverse Diskussion

Als auf Nachfrage von Herbert Diefenthaler klar wurde, dass ein Unternehmen aus Sonthofen das Essen anliefern wird, forderten der Grünen-Stadtrat und dessen ÖDP-Kollege Alexander Abt, dass die Stadt weitere Angebote von Lieferanten einholen soll. Auf diese Weise könne man vielleicht günstiger einkaufen und einen Anbieter aus der näheren Umgebung finden. Nach den Worten von Ganser hat man sich bereits umgesehen, aber keinen anderen Anbieter gefunden, der in gleicher Qualität (Cook & Chill) und zu diesem Preis liefern kann. Dennoch beschloss der Senat, dass sich die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung des Gremiums noch einmal umhören soll.

Indes kritisierte FDP-Stadtrat Günther Bischoff, dass die Service GmbH die Abwicklung der Schülerverpflegung übernimmt. «Hier findet kein Wettbewerb statt», so Bischoff. Seiner Meinung nach wird es dem privaten Unternehmen Lattemann und Geiger zu leicht gemacht: «Die verdienen viel Geld und tragen kein Risiko.» Dem widersprachen OB Dr. Ivo Holzinger und Kämmerer Jürgen Hindemit. «Die GmbH wurde auf Beschluss des Stadtrats eigens für solche Dinge gegründet», betonte Hindemit. Zudem sei durch die Mehrheits-Beteiligung der Stadt gesichert, «dass man jederzeit einschreiten kann, wenn etwas nicht wie gewünscht läuft. Transparenter geht es nicht».

Und laut Holzinger «ist das jetzt noch ein Zuschussgeschäft - auch für den privaten Partner der Stadt». Letztlich stimmten bis auf Bischoff alle Senatsmitglieder dem vorgestellten Konzept zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019