Kaufbeuren
Stadt bewirbt sich um Pflegestützpunkt

60 so genannte Pflegestützpunkte sollen nach dem Willen des Freistaates in Bayern entstehen - je ein Stützpunkt auf etwa 200000 Einwohner. Auch Kaufbeuren möchte sich - in Kooperation mit dem Landkreis - als Standort für einen solchen Stützpunkt bewerben. Das beschloss der Verwaltungsausschuss einstimmig.

Der Freistaat wünscht eigentlich, dass dieser Pflegestützpunkt räumlich an einem Ort angeboten wird - geführt von den Kranken- und Pflegekassen. Doch wie Peter Kloos, Leiter der Abteilung Arbeit und Soziales bei der Stadt, ausführte, sei das in Kaufbeuren nicht praktikabel, da es einen ganzen Reigen an Akteuren der Altenhilfe (wie die AOK-Pflegekasse, die Blaue Blume oder den Seniorenbeauftragten der Stadt, Johannes Keppeler) gebe. Diese könnten nicht an einem Ort gebündelt werden, was aber auch nicht nötig sei, weil die Institutionen in der Stadt nicht weit auseinander lägen. Außerdem sei ein eigens zu schaffendes Büro auch zu teuer.

Deshalb schwebt Kloos eine Art «virtueller Pflegestützpunkt» vor. Das hat nichts mit dem Thema Internet zu tun. Vielmehr könne sich der Ratsuchende, zum Beispiel ein pflegender Angehöriger, an den Seniorenbeauftragten Keppeler wenden, der dann an die jeweils sinnvolle Einrichtung weiter verweist. Die AOK jedenfalls würde eine Bündelung der Koordination bei Johannes Keppeler begrüßen. «Wird der Seniorenbeauftragte damit nicht überlastet?», fragte SPD-Fraktionssprecherin Catrin Riedl-Schmied. Laut Kloos soll die Aufgabe für Keppeler nur maximal zehn Prozent seiner Arbeitszeit ausmachen. Dafür werde er an anderer Stelle entsprechend entlastet.

Ernst Schönhaar, CSU-Fraktionssprecher, fragte nach dem Sinn der Sache insgesamt. Die Vernetzung der Altenhilfe könne strukturierter organisiert werden, so Kloos. Ulrike Seifert (Grüne) und Dr. Erika Rössler (CSU) sahen in dem Vorhaben einen guten Ansatz, künftige Aufgaben in der Pflege zu bewältigen. «Zumal wir Bestehendes besser vernetzen als gleich etwas Neues aufbauen», so Rössler. Einstimmig beschloss das Gremium, dass sich Kaufbeuren als Standort bewerben soll. Der Stadt dürfen aber keine Kosten entstehen. Der Freistaat gewährt laut Kloos auch eine Anschubfinanzierung - in bislang nicht bezifferter Höhe.

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