Lautrach
«Spuren werden nicht verblassen»

Nach fast zwei Stunden voller ehrender Worte tritt der so Gelobte selbst ans Mikrofon. «Abschied mit Musik ist nur halb so schwer», sagt er in Richtung der Jungen Philharmonie Salzburg, die bei dem Festakt auftritt. Aber natürlich ist es auch Wehmut, die Dr.Robert Bachfischer in diesen Minuten bewegt. Er empfinde ein «tiefes Gefühl der Zufriedenheit», sagt der scheidende Geschäftsführer des Management Centrums Schloss Lautrach. Das Haus habe nicht nur einen hohen ethischen Anspruch, sondern sei auch wirtschaftlich erfolgreich.

Es war stets das Ziel Bachfischers, Führungskräfte aus der Wirtschaft auf der Basis der katholischen Soziallehre weiterzubilden. In Lautrach habe er seine «Lebenskraft sinnvoll einsetzen können», so der 63-Jährige. Christliche Werte seien im Wirtschaftsleben wieder gefragt, betont Landtagsabgeordneter Josef Miller in seiner Laudatio. «Was passiert, wenn nicht der Mensch, sonder der Gewinn im Mittelpunkt steht, zeigt die internationale Finanzkrise.» Miller attestiert Bachfischer, zum «hervorragenden Ruf» des Lautracher Hauses wesentlich beigetragen zu haben.

Lautrach als Vorbild

Wenn es um die ethisch-moralische Weiterbildung von Unternehmenslenkern gehe, sei Lautrach der Marktführer in Deutschland, sagt Dieter R.Kirchmair, Vorsitzender des Beirats am Management Centrum. Der Mainzer Kardinal Lehmann habe sich einmal gewünscht, dass dieses Beispiel in Deutschland Schule machen möge.

Es verdiene Hochachtung, dass Bachfischer die Idee, die hinter dem Lautracher Haus stecke, nie verwässert habe, betont Hans Haibel, Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK). Das Management Centrum war vor 20 Jahren als Gemeinschaftsunternehmen der IHK und des Kolping-Bildungswerkes ins Leben gerufen worden, Bachfischer war Gründungsgeschäftsführer. Der Industrie- und Handelskammer sei es damals auch darum gegangen, dem «rapiden Werteverfall» etwas entgegenzusetzen, so Haibel.

Das Management Centrum, das im Jahr rund 2500 Gäste empfängt, sei zum «Synonym für Erfolg und Qualität» geworden, lobt Ludwig Schmid als Vorsitzender des Kolping-Bildungswerkes. Bachfischer sei mit dem nötigen Selbstvertrauen ausgestattet gewesen, er habe immer an den Erfolg geglaubt.

Führungstrio

«Die auf deinem Weg hinterlassenen Spuren werden nicht verblassen», sagt Seminarleiter Gerhard Herb in Richtung des scheidenden Chefs. Herb wird Geschäftsführer und das Unternehmen führen, bis Mitte nächsten Jahres ein Sprecher der Geschäftsleitung seine Arbeit aufnimmt. Beate Bruchmann, Prokuristin und Leiterin des Tagungshotels, vervollständigt den Führungskreis.

«Ich verspreche meinen Nachfolgern, auf Distanz zu bleiben», sagt Bachfischer, der seit 1998 operativer Leiter und Trainer in Lautrach ist und zum Jahresende in Ruhestand geht. Er dankt vielen Weggefährten und erwähnt einen Satz von Seminarteilnehmern, der ihm besondere Freude bereitet hat: «Wenn ich nach Lautrach komme, ist es wie wenn ich nach Hause komme.»

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