Neugablonz
Spur der Zerstörung

Autobesitzer in Neugablonz werden ihre Fahrzeuge dieser Tage mit einem unguten Gefühl vor der Haustür abstellen. Noch immer ziehen Reifenstecher eine Spur der Zerstörung durch den Stadtteil. An 130 Autos haben sie in den vergangenen sechs Wochen die Pneus plattgemacht. Nachdem die Polizei Ende vergangener Woche sogar eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für zielführende Zeugenhinweise in Aussicht gestellt hatte, terrorisierten die Täter am Wochenende erneut die Anwohner: An sieben Fahrzeugen wurden in der Radlerstraße die Reifen zerstochen.

Kein Muster erkennbar

Die Polizei steht vor einem Rätsel. Die aufgelaufene Schadenssumme wird mit rund 13000 Euro beziffert. Ermittlungen nach den wenigen bisherigen Hinweisen seien ergebnislos geblieben, teilt die Polizei mit. Derzeit lasse sich auch kein Muster erkennen, so Kaufbeurens stellvertretender Inspektionsleiter, Reinhard Janko. Denn weder Tatzeiten noch die Orte ließen sich eingrenzen. Es gebe keine Auffälligkeiten bei der Art oder dem Wert der Fahrzeuge oder bei den Geschädigten. «Da ist alles und jeder dabei», so Janko, der sich an eine ähnliche Zerstörungsserie in der Region nicht erinnern kann.

Häufig deute eine solche Tatfolge auf ein Motiv, so Christian Owsinski, Sprecher des Polizeipräsidiums in Kempten. Alles hätten die Beamten als Antrieb für Reifenstecher schon erlebt: fanatische Autofeinde, Hass auf Falschparker, Beziehungsstreitereien und Zerstörungswut. «Hier gibt es aber kein Profil», sagt Owsinski. Die Taten seien wohl keine Kurzschlusshandlungen und nicht ausschließlich auf Alkoholkonsum zurückzuführen, dafür zeigten sich die Täter zu hartnäckig. Nicht mal die Einstichspuren gäben einen Hinweis auf das Tatwerkzeug.

«Klar sei nur, dass es ein stabiler Gegenstand sein muss», so Owsinski, «und der oder die Täter wohl aus der Region kommen.» Sie schlugen am 26., 27. und 30. November sowie am 1., 4., 5., 27. und 28. Dezember, also so gut wie an allen Wochentagen, überwiegend in der Nähe der Sudetenstraße zu.

Zuletzt wurden in der Nacht auf Sonntag im Bereich der Radlerstraße an sieben Fahrzeugen Reifen zerstochen. Schaden: noch einmal 600 Euro.

Die Polizei fahre mittlerweile gezielt Streife, so Janko. «Aber wir können nicht ganz Neugablonz überwachen.» Deshalb setzen die Ermittler auch weiter auf Zeugenhinweise. «Niemand sollte sich selbst gefährden», so Janko, «aber wer Verdächtiges bemerkt, sollte sich sofort und nicht erst später bei der Polizei melden.»

Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter Telefon (08341) 9330 oder dem Notruf 110 entgegen.

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