Kaufbeuren
Sprachrohr für die Jugendlichen

«Demokratie in der Theorie kennt jeder. Viel wichtiger ist, sie in der Praxis umzusetzen», meint Max Ginter (15). Der Gymnasiast sagt das nicht nur, sondern er setzt es auch in die Tat um: Gemeinsam mit Köksal Motor (23, erster Schülersprecher an der FOS/BOS) und Stefanie Geischberg (16) vom Mariengymnasium ist er im Dezember 2009 zu einem der drei Sprecher der neuen Schüler-Organisation Kaufbeuren (Schok) gewählt worden.

«Diese neue Organisation soll vor allem ein Sprachrohr für die Jugend sein», erklärt Köksal Motor. In dem neuen «Jugendparlament» hätten junge Leute fortan beispielsweise die Möglichkeit, ihre Interessen gegenüber der Stadt zu vertreten. So sei auch geplant, dass Vertreter von Schok hin und wieder im Stadtrat Forderungen oder Wünsche, die bei Schok-Sitzungen geäußert wurden, den Kommunalpolitikern mitteilen.

Die Idee, solch eine Organisation ins Leben zu rufen, kam von den Jugendlichen selbst. Bei einem Treffen des Stadtjugendrings (SJR) und der Schülermitverwaltung (SMV), in der die Schülersprecher aller Schulen sitzen, trugen die Jugendlichen den Vertretern des SJR ihren Vorschlag vor.

«Wir haben uns zusammengesetzt und schließlich an allen weiterführenden Schulen angefragt, welche Schüler sich dafür interessieren würden», erzählt Beate Schütz vom SJR. Sie leitet das Projekt und unterstützt die Jugendlichen bei ihrer Arbeit. Im Dezember wurden schließlich Schüler aller weiterführenden Schulen zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. «Dort wurde eine Kerngruppe mit sechs Schülern gewählt», so Schütz. Außerdem gehören jeweils zwei bis drei Vertreter jeder Schule Schok an. Das Kernteam trifft sich einmal im Monat. Zu Schuljahresbeginn, -mitte und -ende wird eine Hauptversammlung einberufen, zu der alle Mitglieder der Schüler-Organisation eingeladen werden.

Vereinsähnliche Struktur

Die Kerngruppe besteht aus den drei Sprechern, einem Schatzmeister und zwei Schriftführern. «Damit besitzt Schok eine Struktur wie viele andere Vereine auch», erläutert Michael Böhm, Geschäftsführer des SJR. So könnten durch Schok auch Jugendliche erreicht werden, die nicht Mitglied in einem Verein sind.

Dieses Ziel verfolgt auch das Projekt «Vielfalt tut gut» des Bundesfamilienministeriums, um das Prinzip Demokratie allen Jugendlichen nahe zu bringen. Deshalb fließen auch Fördergelder von «Vielfalt tut gut» an Schok.

Künftig werden auch zwei Vertreter von Schok in der Vollversammlung des Stadtjugendrings sitzen. «Dadurch wird diese Sitzung aufgewertet», freut sich Peter Heel, Vorsitzender des SJR. Auch dort würden nun die Interessen der Jugend noch stärker vertreten werden.

Neben der Interessenvertretung wollen die Schüler auch die Zusammenarbeit zwischen den Schulen stärken. «Die Schulen sollen miteinander in einen Dialog kommen», stellt sich Köksal Motor vor. Auch schulübergreifende Aktionen seien geplant: «Wir planen zum Beispiel einen gemeinsamen Stand auf dem Weihnachtsmarkt, in dem abwechselnd Jugendliche der verschiedenen Schulen stehen», verrät Beate Schütz. Außerdem sei eine schulübergreifende Party vorgesehen, auch wenn der Zeitpunkt noch nicht feststeht.

Ansprechpartner an Schulen

In Zukunft werden also Jugendlichen an ihren Schulen Ansprechpartner zur Verfügung stehen, denen sie ihre Ideen und Wünsche kommunizieren können. Diese werden dann in den Treffen von Schok gebündelt und besprochen. Was den Jugendlichen derzeit unter den Nägeln brennt, wissen die Sprecher von Schok noch nicht. «Das wird auf den nächsten Treffen besprochen», meint Max Ginter. Noch stecke die Organisation in den Kinderschuhen. (dr)

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