Marktoberdorf
Spontane Beifallsstürme

Das Jahr 2010 hat gerade erst begonnen und mit der «Csárdásfürstin» stand gleich mit dem ersten Aufführungstermin ein Welterfolg auf dem Programm. Das Operettentheater Salzburg gastierte mit opulenter Besetzung im nahezu ausverkauften Modeon in Marktoberdorf und präsentierte eine locker, luftige Aufführung, die Laune machte.

Mit viertelstündiger Verspätung - bedingt durch den Ausfall des Computersystems an der Abendkasse und einer langen Schlange Kurzentschlossener, die mit handgeschriebenen Eintrittskarten versorgt werden mussten - hob sich der Vorhang für eine der populärsten Operetten mit einer Vielzahl bekannter und beliebter Melodien. Die Ouvertüre geriet noch ein wenig zögerlich, doch nach einer kurzen «Eingewöhnungsphase» liefen Ensemble und Orchester zur Hochform auf und präsentierten eine temperamentvolle, spritzige Inszenierung mit viel Witz und Esprit. Die Operette in drei Akten von Emerich Kálmán (1882 bis 1953) kam herrlich «entstaubt» zur Aufführung mit flotten Texten von Leo Stein und Bela Jenbach.

Temporeich inszeniert

Die temporeiche, flotte Inszenierung gefiel mit einer guten, engagierten Gesamtleistung des Tournee-Ensembles. Ein funktionales und ansprechendes Bühnenbild und opulente Kostüme aus dem Fundus des Salzburger Landestheaters boten den richtigen optischen Rahmen.

Die einzelnen Rollen waren exzellent besetzt und die Charaktere der jeweiligen Figuren sauber und authentisch ausgearbeitet. Die «Csárdásfürstin», verkörpert von Armela Fortuna, gefiel mit einem mühelosen Sopran auch in den Höhen; lediglich ein leichter Akzent machte manche Gesangspassagen schlecht verständlich. Wunderbar waren die Duette mit ihren Partnern, wie «Machen wirs den Schwalben nach» oder «Tausend kleine Engel singen: hab mich lieb».

Hauptdarsteller Maximilian Kiener begeisterte überaus präsent als voller, frischer Tenor mit großer Ausstrahlung. Publikumsliebling war Georg Leskovich als «Graf Boni» mit frechem Akzent, komischen Wortkreationen und einem unwiderstehlichen Charme.

Die Fürstin-Mutter Anita Götz erntete spontane Beifallsstürme für ihre Jugenderinnerung als «Stern der Bühne» in einer Zeit, als sie selbst Chansonette war, und das gesamte Ensemble mit Chor präsentierte Unvergessliches wie «Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht» oder «Die Mädis vom Chantant».

Anmutiges Ballett

Mit großem Applaus wurden auch die anmutigen Darbietungen des sechsköpfigen Ballettensembles Illo Tempore aus Dortmund bedacht. Über 60 Akteure auf der Bühne und ein ambitioniertes Orchester unter der Leitung von Katalin Doman im Orchestergraben: Das war ein fulminanter Auftakt nach Maß im Jahresprogramm 2010 im Modeon.

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