Memmingen
Spielerische Heiterkeit

Seit nunmehr 10 Jahren wird der Namenstag des heiligen Antonius im Antonitermuseum in Memmingen festlich begangen. Diesmal gestalteten die Verantwortlichen ihre Januar-Feier rund um die Installation von Lore Bert: «zwei bemalte Tücher, zwei gerahmte Bilder, gefaltete Papiere».

Völlig lapidar titelt die Mainzer Künstlerin ihr Werk, das mit Wucht den Raum bestimmt. Weißes und geknülltes Papier breitet sich in großer Masse aus; der Raum ist mittels einer Trennwand zweigeteilt, rechts und links an den äußeren Wänden sind Banner mit dem Tau-Zeichen in Rot angebracht und dahinter finden sich wiederum rote Zeichen auf Papier im Glasrahmen.

Diese erste Dauerleihgabe aus der Sammlung von Dr. Hartmut Kraft soll den Beginn einer Ausstellungsreihe von insgesamt 14 zeitgenössischen Künstlern markieren, die sich mit ihren Objekten jeweils auf das Wirken des heiligen Antonius beziehen. «In halbjährigem Turnus wollen wir diese Arbeiten künftig ausstellen, die allesamt von Dr. Kraft dem Antonitermuseum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt werden», sagte Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer bei der Matinee am Antoniustag.

Zur Einstimmung auf die Übergabe las Museumsleiter Prof. Joseph Kiermeier-Debre aus der Legende Aurea und ermöglichte somit dem Publikum eine Annäherung an das Wirken des Heiligen. Im fortwährendem Kampf gegen die Versuchungen lebte Antonius auf seiner Suche nach Reinheit und Läuterung.

Installation spiegelt Zwiespalt des heiligen Antonius wieder

Die zwei getrennten Kammern mit ihrer spiegelbildlich ausgerichteten Gestaltung von Lore Bert deuten auf den Zwiespalt hin, in dem sich der Heilige befand und den er zu überwinden suchte.

Das an den Seiten angebrachte rote «Tau-Zeichen» (das T-Zeichen der Antoniter und der letzte Buchstabe des altsemitischen Alphabetes) interpretierte die Künstlerin scheinbar als Bild für die Vollendung, die Überwindung und die einkehrende Ruhe. «Jedoch lassen sich vielfältige Interpretationsmöglichkeiten finden», betonte Bayer und verwies auch auf die spielerische Heiterkeit, die der Installation von Lore Bert innewohnt.

Umrahmt wurde die gesamte Feier musikalisch von der Sopranistin Ann Jennings, die mit Variationen von John Cox noch einmal den Bogen zu den vergangenen und aktuellen Auseinandersetzungen mit dem Thema Askese zu spannen vermochte.

Öffnungszeiten Das Antonitermuseum am Martin-Luther-Platz hat geöffnet Dienstag bis Samstag von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, Sonntag und Feiertage von 10 bis 16 Uhr, Telefon (08331) 850-246.

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