Mauerstetten
Spiel gegen zwei Gegner

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In der Neugablonzer Sporthalle wurden bereits die letzten Werbebanden verräumt, da diskutierte Hubert Hermann am Samstagabend immer noch mit den beiden Unparteiischen. Emotional und mit ausladender Gestik - wie man den Trainer des SV Mauerstetten eben kennt. Direkt nach der dramatischen 2:3-Niederlage (25:23, 15:25, 23:25, 25:21, 15:17) der Ostallgäuerinnen gegen den SV Lohhof II in der Zweiten Volleyball-Bundesliga der Frauen hatte er sich in seinem Statement zum Spiel vor den 295 Zuschauern mit dem Mikrofon bereits ganz «öffentlich» den Frust von der Seele geredet.

«Normalerweise muss das Spiel heute 0:3 ausgehen. Vor allem in den ersten zwei Sätzen haben wir gegen zwei Gegner gekämpft.» Einer davon sei eine sehr gute Mannschaft gewesen. Ähnlich angefressen war auch Kapitän Stephanie Hildebrandt, die während des Spiels immer wieder das Gespräch mit dem ersten Schiedsrichter gesucht hatte. Wie ihr Trainer monierte auch sie «fünf bis sechs Bälle allein im ersten Satz», bei denen die Unparteiischen mit ihrem Urteil daneben gelegen hatten. Tatsächlich bot das Schiedsrichtergespann zu diesem Zeitpunkt eine wenig nachvollziehbare Leistung und leitete das Spiel ohne erkennbare Linie. Meist zum Leid der Ostallgäuerinnen. «Die Niederlage ist echt bitter», so die Außenangreiferin nach Spielende.

Hermann, den auch im zweiten Satz einige strittige Situationen nicht mehr auf seinem Trainerstuhl gehalten hatten, fand hingegen deutlichere Worte. Aber: Dass der SVM trotz der «permanenten Nackenschläge» die Partie derart eng gestalten konnte, forderte ihm ein «dickes Lob» ab: «Ich bin wirklich stolz darauf, so eine starke Mannschaft trainieren zu dürfen.»

Lange Ballwechsel

Volleyball gespielt wurde an diesem Abend übrigens auch. Und bei Weitem kein schlechtes. In einem dramatischen Spiel auf Augenhöhe forderten sich die beiden Mannschaften mit langen und dramatischen Ballwechseln in Bezug auf Technik und Einsatz alles ab. «Gerade das Tie-Break war eine tolle Sache. Das hat richtig Spaß gemacht», räumte auch Hermann ein. Dabei kämpfte sich der SVM mit «grandiosen Energieleistungen», wie der Trainer es nannte, immer wieder ins Spiel zurück.

Wie etwa im ersten Satz, als ein permanenter Vier-Punkte-Rückstand auf der Zielgeraden noch in ein 25:23 gedreht wurde. Auch im Tie-Break lagen die Gastgeberinnen nach einem ebenfalls umstrittenen Rotationsfehler mit Punktabzug bereits mit 9:12 hinten, schafften jedoch noch einmal den viel umjubelten Ausgleich. «An dieser Stelle zurückzukommen ist sehr schwer. Normal ist das Spiel gelaufen», zeigte sich auch Hildebrandt von der Steh-auf-Mentalität ihrer Mitspielerinnen begeistert. Die Zuschauer wurden so Zeugen hochgradig spannender Schlussminuten, in denen der SVM zwei Satzbälle abwehrte, bevor er letztendlich mit 15:17 unterlag.

Auch wenn der SVM nach der Niederlage gegen den direkten Konkurrenten weiter auf Platz sechs der Tabelle steht und der Klassenerhalt nach wie vor in trockenen Tüchern scheint, schmerzt das Ergebnis natürlich. «Gegen einen Gegner auf Augenhöhe waren wir zu Hause eigentlich im Vorteil», betont Hermann: «Und zwei Punkte mehr auf die Abstiegsränge können nicht schaden. Man weiß nie, wie es sich entwickelt.»

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