SPD: Deckwerth bleibt Vorsitzende

Obergünzburg/Ostallgäu (fro). - Aus dem Wahlmarathon auf dem Unterbezirksparteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) Ostallgäu in Obergünzburg ist die bisherige Vorsitzende, Ilona Deckwerth aus Füssen, als Siegerin hervorgegangen. In einer Kampfabstimmung setzte sie sich gegen den Kandidaten zur Europawahl, den Buchloer Ralf Strohmayer, durch. Daneben standen die Europawahl, eine bundespolitische Einschätzung durch die Bundestagsabgeordnete Sigrid Skarpelis-Sperk und der Bericht des Kassiers im Vordergrund. Der stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende von Obergünzburg, Robert Kleinhans, konnte 45 Delegierte aus dem Ostallgäu begrüßen. Fast zwanzig Wahlen zu diversen Gremien der SPD standen auf der Tagesordnung. Die wichtigste Wahl war die zum Vorsitz des Unterbezirks. Ilona Deckwerth hatte zur Mitte der Amtszeit ihren Vorgänger im Vorsitz, Helmut Simon, abgelöst. Die Gewerkschafterin Deckwerth stellte sich nun zur Wiederwahl und betonte, dass sie zwar politisch links stehe, aber 'moderieren will'. Man müsse aber über alle Werte der SPD diskutieren und dabei auch keine Angst vor einem Regierungsverlust in Berlin zeigen. Der SPD-Kandidat zur Europawahl, Ralf Strohmayer, wollte diesmal nicht zurückstecken: Bei der vorigen Wahl hatte er seine Kandidatur zum Vorsitz noch zurückgezogen, damit Deckwerth als damalige Landtagskandidatin gestärkt werde. Heuer sei er, Strohmayer, aber Europawahlkandidat und erhoffe sich durch die Wahl zum Vorsitzenden Rückenwind für seinen Wahlkampf.

Der Wahlausgang schien durchaus offen. Doch mit 35 zu 10 Stimmen setzte sich Deckwerth in der Abstimmung deutlich durch. Sichtlich gelöst dankte sie den Genossen für das 'überzeugende Votum'. Auch Skarpelis-Sperk sprach von einem 'schönen Ergebnis, das ein politischer Vertrauensbeweis für Ilona Deckwerth ist'. Strohmayer begründete seine Kandidatur damit, dass er nach dem Rückzug bei der vorigen Wahl, diesmal in der Pflicht gestanden habe. Als Stellvertreter wurden Karin Wehle-Hausmann aus Marktoberdorf und Helmut Eberle aus Pfronten gewählt. Verbunden mit viel Lob war die erneute Wahl von Pascal Lechler aus Kaufbeuren-Neugablonz zum Kassier. 'Sie haben akkurate Arbeit geleistet', gratulierte ihm Skarpelis-Sperk und spielte damit auf die 'desaströse finanzielle Bilanz' nach den zurückliegenden Wahlen an. Die Pfrontener Bundestagsabgeordnete ging in ihrer Rede hart mit der CSU ins Gericht, insbesondere was deren Pläne zum achtjährigen Gymnasium angehe. Sie verteidigte aber auch die geplante Ausbildungsabgabe der Regierung in Berlin: Da die Abgabe nur für Betriebe mit mehr als elf Beschäftigten gelten soll, wären 80 Prozent der Betriebe in Deutschland ohnehin ausgeklammert. Gleichzeitig wandte sie sich gegen Vorschläge von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, Autobahnen zu privatisieren und eine Maut für Autofahrer einzuführen: 'Das ist nicht die Linie der Fraktion', sagte Skarpelis-Sperk. Die Politik der CSU nahm auch Strohmayer in seiner Rede zur Europapolitik aufs Korn: Die SPD müsse die Stimmung in Bayern nutzen, die die CSU mit ihrer 'Kahlschlagpolitik' erzeuge. Und die Europawahl sei auch keine Wahl zweiter Klasse: Während Bayern Subventionen aus Brüssel bekomme, 'meckert die CSU nur über die EU', so Strohmayer.

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