SPD-Basis begrüßt den Wechsel an der Parteispitze

Kaufbeuren/Neugablonz(mab/jth/un). - Begrüßt wird die Benennung von Franz Müntefering zum neuen Parteichef der SPD sowohl vom SPD-Ortsverein Kaufbeuren und Neugablonz als auch vom SPD-Ortsverein Kaufbeuren-Stadt. Da sich beide Ortsvereine in ihren politischen Positionen etwas unterscheiden, fiel die Begründung aber unterschiedlich aus. Der Ortsverein Kaufbeuren und Neugablonz ist eher dem linken Flügel der Partei zuzuordnen und hat seinerzeit auch die Forderung der Pfrontener SPD-Bundestagsabgeordneten Sigrid Skarpelis-Sperk bejaht. Der Ortsverein Kaufbeuren-Stadt steht eher dem Reformkurs des Kanzlers nah. Dagmar Werner, Vorsitzende des etwa 90 Mitglieder fassenden Ortsvereins Kaufbeuren und Neugablonz, hofft, dass nun die 'durchaus wichtigen Reformen' mit einer 'gerechteren Akzentuierung' vollzogen werden. Beiträge zur Reformierung des Landes müssten nicht nur von 'unten', also vom kleinen Mann kommen, sondern auch 'von oben', so Werner. 'Das ist genau das, was viele stört: Finanziell schlecht gestellte Bürger werden noch mehr belastet.' Werner hofft, dass Müntefering mehr auf Ausgewogenheit achten wird. 'So können wir aus dem Stimmungstief heraus kommen.' Sie sei überrascht davon gewesen, dass Schröder den Parteivorsitz an Müntefering abgegeben habe. Die Doppelbelastung - Kanzler und Vorsitzender - sei im Prinzip ohnehin zu groß für eine Person.

'Nicht wieder alles zerreden' Auch Dieter Matthes, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion und Mitglied des Ortsverbandes Kaufbeuren-Stadt (rund 100 Mitglieder), begrüßt den Wechsel an der Parteispitze. 'Ich denke, Schröder hat den Vorsitz seinerzeit ohnehin nicht gern von Lafontaine übernommen.' Matthes hofft, dass 'nun der Reformkurs nicht leidet und Leute wie Sigrid Skarpelis-Sperk nicht wieder die Überhand gewinnen'. Es dürfe nicht sein, dass 'alles wieder zurückgedreht wird'. Der Reformkurs sei eminent wichtig für das Land. Hinter diesem sei Müntefering aber auch immer gestanden. 'Nun sollte man den Wechsel wirken lassen und nicht wieder alles zerreden', meint Matthes weiter. Die auch für Kaufbeuren zuständige Bundestagsabgeordnete Sigrid Skarpelis-Sperk begrüßte die Neuaufteilung der Posten ebenfalls. Die SPD müsse aber wieder mehr zeigen, dass sie die Partei des kleinen Mannes ist. Mit einem Austausch der Personen sei es nicht getan, ein Kurswechsel müsse her. Auch die Vorsitzende des SPD-Unterbezirkes Kaufbeuren/Ostallgäu, Ilona Deckwerth, begrüßt die Ämterteilung. 'Ich bin froh, dass Schröder so reagiert hat', sagt sie. Müntefering, den sie persönlich beim Parteitag in Bochum erlebt hat, sei der 'ideale Mann' für den Vorsitz. Den Rückschluss aus Unions-Reihen, dass es nun Zeit für Neuwahlen und der Rücktritt vom Parteivorsitz der 'Anfang vom Ende' Schröders sei, weist sie weit von sich. 'Der Rücktritt ist ein geschickter Schachzug zum richtigen Zeitpunkt.' Die Nominierung von Klaus Uwe Benneter zum Generalsekretär, der 1977 für sechs Jahre aus der SPD ausgeschlossen wurde, weil er für Aktionsbündnisse mit der Deutschen Kommunistischen Partei eingetreten war, hält sie ebenfalls für eine kluge Entscheidung. 'Das ist ein deutliches Signal an den linken Flügel der Partei, seinen Ideen nachzukommen', so Deckwerth. Auch der SPD-Nachwuchs steht hinter Schröders Entscheidung. Der Arbeitsaufwand für beide Ämter sei 'enorm' gewesen, so Juso-Unterbezirks-Chef Pascal Lechler aus Kaufbeuren. Die Nominierung Benneters als Generalsekretär begrüßt Lechler ebenfalls. 'Dann bekommen der linke Flügel und vielleicht die Jusos wieder mehr Gewicht.'

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