Soziale Stadt soll nicht geopfert werden

Kaufbeuren (avu). - Wird das Projekt 'Soziale Stadt' mit dem Rotstift zunichte gemacht? Nein - das sagen jedenfalls die städtischen Referatsleiter Ralf Baur und Dr. Gert Peter Strunk. Allein die bisher erfolgreiche Umsetzung der Pläne, gefördert mit Geld aus dem Bund-Länder-Programm 'Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf', spreche für eine Fortsetzung. Grundlage für das auf mindestens ein Jahrzehnt angelegte Projekt für Neugablonz war die Studie des Berliner Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitutes Empirica. Baureferent Ralf Baur betont, dass die großen Bauvorhaben trotz allgemeinen Spardiktates voll im Zeitplan liegen. Neben der Sanierung und dem Ausbau des Freibades, das heuer zu Saisonbeginn wiedereröffnet werden soll, werde auch auf dem Trümmergelände weitergearbeitet, sobald es wärmer wird. Teile des Areals sollen bereits in diesem Sommer mit zahlreichen Freizeiteinrichtungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Planmäßig steht nun auch die Umgestaltung des Neuen Marktes an. Anders als beim Trümmergelände möchte die Stadt hier aber nicht auf rein ehrenamtliches Engagement der Bürger setzen. Ähnlich wie beim Kaufbeurer Altstadtentwicklungskonzept sollen einzelne Gruppierungen, etwa Einzelhändler, Vereine oder Anwohner, ihre Anregungen einbringen können. Erste Treffen soll es noch im ersten Halbjahr 2004 geben. Das Konzept mündet in die Ausschreibung eines Ideen- und Realisierungswettbewerbes. Der neue Geschäftsführer des Gablonzer Siedlungswerkes, Rainer Böttcher, möchte die bisherige Unternehmenspolitik, die auch von sozialen Aspekten geprägt ist, ebenfalls fortführen. Der Modernisierungsprozess werde vorangetrieben.

Böttcher setzt auf eine 'ausgewogene Mieterstruktur', um soziale Brennpunkte zu vermeiden. Ein erstes Gespräch zwischen ihm und Vertretern der Stadt, bei dem es auch um die 'Soziale Stadt' ging, habe stattgefunden. Das Siedlungswerk werde sich mit einem 'Maßnahmenkatalog' für die Pläne am Neuen Markt einbringen. Von Auswirkungen der ansonsten kaum einen Bereich auslassenden Rotstiftpolitik könne keine Rede sein, sagt auch Sozial-Referatsleiter Dr. Gert Peter Strunk. 'Ganz im Gegenteil.' Denn im sozialen Bereich setzt Strunk auch auf ehrenamtliche Arbeit und das Mitwirken der Betroffenen. Einer der Schwerpunkte, die Integration von Aussiedlern, werde mit Hochdruck vorangetrieben. Maßgeblichen Anteil daran habe das neue 'Netzwerk Aussiedler', dem alle betroffenen Verbände, Institutionen und Behörden angehören. Auch die Bemühungen der Streetworker und Schulsozialarbeit hätten bewiesen, dass die Erkenntnisse der Empirica-Studie nicht alle neu waren, sondern vor allem kompakt und aufeinander abgestimmt aufbereitet wurden. Zitat Vieles existierte schon und wird nun auf Basis der Empirica-Studie weitergeführt.} Referatsleiter Gert Peter Strunk Referatsleiter Baur zeigt sich sicher, dass auch die große Politik mitzieht. Bisher sei das Projekt von Sparbeschlüssen ausgeschlossen gewesen, sagt er. Und auch an 'höherer Stelle' - da wo die Zuschüsse vergeben werden - sei klar, 'dass die Pläne wichtig sind'. Wortweiser Soziale Stadt Mit der Ausarbeitung der Wirtschaftsforschung- und Beratung Gmb H Empirica hat sich die Stadt Kaufbeuren mit dem Stadtteil Neugablonz 2002 erfolgreich um die Aufnahme in das Bund-Länderprogramm 'Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die soziale Stadt' beworben. Eines der Kernziele des Programms ist es, 'die Lebenssituation der Menschen in benachteiligten Stadtquartieren durch eine aktive und integrativ wirkende Stadtentwicklungspolitik nachhaltig zu verbessern'. In der Empirica-Studie sind neben Bestandsaufnahme, Missständen und Potenzialen auch Entwicklungsziele detailliert dargestellt (wir berichteten).

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