Sonnenbad ohne Schattenseiten

Oberallgäu(sh). - Das Gefühl von warmer Sonne auf der Haut - wer mag das nicht? Bei den derzeit hohen Temperaturen drängt deshalb alles hinaus an Seen und in die Freibäder - oder zumindest auf den eigenen Balkon. Doch das Sonnenbad hat auch eine Schatteseite - den Sonnenbrand. Ihn bemerkt man meist erst, wenn es ohnehin zu spät ist. Das Oberallgäuer Gesundheitsamt rät deshalb: Frühzeitig die Haut schützen. Das bewahrt nicht nur vor schmerzhaften Rötungen, sondern verhindert auch das schnellere Altern der Haut durch starke Sonneneinwirkung. Der gestrige Tag brachte nicht nur Rekordtemperaturen, sondern auch die größtmögliche Sonnenbrandgefahr. Sie wird über den so genannten UV-Index ermittelt. Der Index reicht von Stufe eins bis acht - und gibt darüber Auskunft, wie stark die UV-Strahlung auf die menschliche Haut wirkt. Gestern lag der Index laut Bundesamt für Strahlenschutz bei acht - also auf höchster Stufe. Konkret bedeutet das: Blasse und nicht vorgebräunte Menschen bekamen gestern bereits nach weniger als fünf Minuten direkter Sonneneinstrahlung eine rote Haut. Eine ordentliche Portion Sonnencreme ist laut Dr. Irmgard Harms vom Gesundheitsamt deshalb absolut erforderlich. Abgesehen davon sollte man ihr zufolge die Mittagsstunden ohnehin im Schatten und nicht in praller Sonne verbringen. Wie anfällig jeder Mensch für Sonnenbrand ist, hängt vom Hauttyp ab. 'Es gibt vier Hauttypen. Sie unterscheiden sich in Haar-, Augen- und Hautfarbe', so Harms. Es gilt: Je heller Augen, Haare und Haut sind, desto stärker ist man Sonnenbrand gefährdet. Während die hellen Hauttypen gestern also schon nach wenigen Minuten Hautrötungen bekamen, konnte das beim dunkelsten Typ bis zu 40 Minuten dauern - selbst im ungebräunten Zustand.

Dennoch: Auch für solche Hauttypen war gestern auf jeden Fall die Sonnencreme Pflicht. Doch trotz Aufklärung - die Zahl der Hautkrebs-Fälle steigt seit Jahren. Das hat auch Irmgard Harms beobachtet. Sie macht ein verändertes Schönheitsideal dafür verantwortlich. 'Braun sein drückt viele positive Dinge aus. Zum Beispiel Wohlstand, weil man es sich leisten kann, sich einfach auszuruhen oder in den Urlaub zu fahren.' Wer denkt, dass selbst starke Sonnenbrände letztlich ohne Folgen ausheilen, täuscht sich Harms zufolge. 'Die Haut vergisst nichts. Sie merkt sich jeden Sonnenbrand.' Denn die energiereichen UV-Strahlen dringen unter die Oberfläche und können in den Zellbausteinen sogar die Erbsubstanz verändern und schädigen. Dadurch komme es dann beispielsweise zu Hautkrebs. Harms kennt aber noch eine weitere unerwünschte Nebenwirkung von zuviel Sonne. 'Die Haut altert ganz definitiv schneller.' Auch aus diesem Grund rät sie zum Sonnenschutz. Er könne die schnellere Hautalterung verhindern. Dennoch: Sonne auf der Haut ist und bleibt auch für die Expertin etwas Angenehmes. Die Sonnenstrahlen seien ja auch bei der Bildung von Vitamin D wichtig. Deshalb ihr Fazit: Ruhig in die Sonne - aber mit dem richtigen Schutz. Weitere Informationen im Internet unter: www. sonne-mit-verstand. de

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