Sollen Kinder mit Algenspinat spielen?

Kempten (pa). - An eine Riesenschüssel voll Spinat fühlten sich Kinder auf der Ludwigshöhe erinnert, als sie kürzlich nach der Winterpause ihren schönen neuen Spielplatz erstmals wieder aufsuchten. Denn der kleine Teich mit der Wasserschraube, im vergangenen Jahr eine regelrechte Attraktion, war mit einer dicken Algenschicht bedeckt. Weil die Eltern Bedenken hatten, ihre Kinder mit dem grünen Glibber spielen zu lassen, wandten sie sich zunächst an die Stadtgärtnerei. Und nun, nachdem sie keine befriedigende Antwort bekommen hatten, an die AZ. Zum Konzept des Spielplatzes, der im vorigen Jahr auf der Ludwigshöhe angelegt worden war, gehört auch ein Wasserspielbereich. Dort können die Kinder mit einer großen Schraube das Wasser hochkurbeln und über drei kleine Becken wieder nach unten laufen lassen. 'Für meine Tochter und viele andere Kinder,' sagt Sabine Mack, 'war das im vorigen Sommer der große Renner.' Sogar aus anderen Stadtteilen seien Kinder wegen dieser ausgefallenen Spielmöglichkeit extra auf die Ludwigshöhe gekommen. Um so enttäuschter seien die Kinder gewesen, als sie jetzt im Frühjahr auf ihrem Spielplatz die Algenbrühe entdeckten. Sie selbst, so Mack, und andere Eltern hätten bei der Stadtgärtnerei angerufen und nur die lapidare Antwort erhalten: 'Da kann man nichts machen.' Weil die Wasserstelle nur vom Regen gespeist werde, habe es geheißen, gebe es zu wenig Durchfluss, weshalb sich das Wasser zu stark erwärme und die Algen wachsen würden. Wenn dem so ist, meint Sabine Mack, hätte man das auch bei der Planung schon absehen 'und das ausgegebene Geld anderweitig verwenden können.' Ein Spielplatz jedenfalls, der nach einem Sommer schon teilweise nicht mehr bespielbar sei, 'ist,' so Mack, 'reichlich Verschwendung von Steuergeldern.'

Frisches Wasser aus dem Boden 'Da kümmere ich mich gleich am Montag drum,' reagierte gestern Betriebshofleiter Uwe Gail, zu dem die Klage der Eltern bislang nicht vorgedrungen war, auf eine Anfrage der AZ. Wenn dann noch Algen vorhanden seien, werde man sie eben abfischen. Wenn, denn falls es einmal kräftig regnet, werden sie vermutlich fortgeschwemmt. Und dann, so Christian Uhl von der BSG, die den Spielplatz hatte bauen lassen, werde auch frisches Wasser nachfließen. 'Schichtwasser' nämlich aus der Umgebung, das im Boden gesammelt und in den Spielplatz geleitet wird.

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