Solarpark ist praktisch gescheitert

Buchloe/Bonn (mel). - Aus dem 7,5 Hektar großen Solarpark bei Honsolgen scheint nichts zu werden. Davon geht zumindest die Bonner 'Windwelt AG' als potentielle Betreiberin der Anlage derzeit aus. 'Leider, leider sieht es schlecht aus', erklärte Projektentwickler Udo Hanisch gestern gegenüber der BZ. Knackpunkt sei vor allem eine neue Richtlinie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Darin heißt es, dass Solarstrom aus derlei Anlagen nur noch vergütet werden muss, wenn letztere auf Ackerland gebaut werden. 'Außerdem wollen wir auch nichts gegen den Willen der Bevölkerung tun', ergänzt Hanisch. Wie berichtet hatte 'Windwelt' per Anzeigen auch im Allgäuer Raum nach passenden Flächen für so genannte Freiflächen-Solarstromanlagen gesucht. Daraufhin meldete sich die Stadt Buchloe bei dem Unternehmen und bot rund 7,5 Hektar eigene Fläche am östlichen Ortsrand von Honsolgen an. 'Windwelt' war von dem Areal begeistert und offerierte der Kommune als Pacht ein Prozent des Erlöses, den es als Einspeisevergütung von den Stromunternehmen erhält. Prompt jedoch regte sich massiver Widerstand gegen das Projekt - wegen seiner Größe und vor allem wegen seiner Nähe zur Wohnbebauung.

'Verkleinerung nicht sinnvoll' Wie Hanisch der BZ auf Nachfrage nun erklärte, kommt für sein Unternehmen als Alternative eine Verkleinerung der Anlage nicht in Frage: 'Wir brauchen mindestens fünf Hektar reine Modulfläche, damit das Projekt rentabel ist.' Die restlichen 2,5 Hektar seien als Ausgleichsfläche nötig. Überlegungen, die Anlage zu verkleinern, sind laut Hanisch aber wahrscheinlich ohnehin müßig, 'denn inzwischen gibt es noch ein ganz anderes Problem'. Das Areal bei Honsolgen werde als Grünland genutzt, erläutert der Projektentwickler. Die Bundesregierung habe im neuen Vorschaltgesetz zum EEG jedoch Folgendes festgeschrieben: Netzbetreiber müssen Strom aus einer Solaranlage, wie sie von 'Windwelt' bei Honsolgen geplant war, nur noch vergüten, wenn sie auf einem Areal steht, das mindestens in den vergangenen drei Jahren als Ackerland genutzt wurde. 'Ein Zugeständnis an die Naturschutzverbände', nennt dies Hanisch, der die neue Regelung nicht so recht nachvollziehen kann: 'Durch unsere Anlage würde die Fläche schließlich ökologisch aufgewertet, wegen der Umwandlung von einer intensiven in eine extensive Bewirtschaftung.' Die Regelung sei zudem noch recht unausgegoren, 'wir hängen momentan ein bisschen im luftleeren Raum'. Am Dienstag, 16. März, ist das Projekt 'Solarpark Honsolgen' Thema im Buchloer Bauausschuss. Danach rechnet Hanisch mit einer Reaktion aus der Gennachstadt, wie es denn nun weitergeht. Große Hoffnungen macht er sich jedoch nicht. Stattdessen konzentriere sich sein Unternehmen auf das Kaufbeurer Fliegerhorst-Gelände. Dort soll demnächst mit dem Bau einer Solaranlage begonnen werden.

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