So wenige Tote wie lange nicht

Marktoberdorf (af). - Deutlich mehr Unfälle, ebenso mehr Verletzte, aber dafür so wenig Getötete wie lange nicht mehr. So lässt sich die Unfallstatistik des vergangenen Jahres für den Bereich der Polizei Marktoberdorf zusammenfassen. Missachtung des Rechtsfahrgebotes und zu hohes Tempo sind laut Inspektionsleiter Gerhard Kreis die Hauptgründe für Unfälle. Gerade bei den Themen Geschwindigkeit und Alkohol will er nicht locker lassen und kündigte weitere Kontrollen an. Auch das sieht er als eine Maßnahme, die Unfallzahlen wieder zu mindern. Der Blick in die Statistik zeigt, dass die Zahl der Unfälle um 14,3 Prozent auf 891 kletterte. Damit verbunden war auch ein Anstieg der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen: von 160 auf 176. Insgesamt wurden 259 Menschen verletzt. Die Zahl der Getöteten sank von sechs auf drei. 'Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass dies der niedrigste Wert seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1954 ist', sagt Kreis. Die hohe Zahl der Verletzten erklärt Kreis auch damit, dass besonders bei jungen Fahrern 'relativ viele nicht angeschnallt sind'. Wie im Jahr zuvor dominierte als Unfallverursacher die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen, fast gleichauf mit Fahrern im Alter zwischen 25 und 44. Allerdings nähmen junge Autofahrer bei den Ursachen 'zu hohe Geschwindigkeit', 'riskante Überholmanöver', 'Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebotes' sowie 'Alkohol und Drogen' die unrühmliche Spitzenstellung ein. Sogar beim Nichtbeachten der Vorfahrt lägen sie zumindest im Marktoberdorfer Bereich vorn, sagt Kreis, dabei wird dieses Delikt landläufig eher Fahrern im Rentenalter zugeschrieben. Gerade junge Fahrer bagatellisierten die Wirkung von Alkohol und von Drogen, kritisiert er. Gleichwohl er lobt, dass junge Menschen nach Stadelfesten und ähnlichen Veranstaltungen oft in Zelt oder Auto übernachteten, unterschätzten viele die Nachhaltigkeit von Alkohol. Oft reiche der Restalkohol im Blut, um den Führerschein zu verlieren. Im vergangenen Jahr standen 21 Unfallverursacher unter Alkoholeinfluss, sieben mehr als 2002. In vier Fällen war der Fahrer im Drogenrausch. 'Bei diesen 25 Unfällen wurden 24 Personen zum Teil erheblich verletzt', zeigt Kreis auf. Der durchschnittliche Alkoholwert der Fahrer, die im Rausch einen Unfall verursacht hatten, lag bei 1,6 Promille, schlägt der Polizeichef Alarm. Das schließt Personen mit 0,5 Promille ebenso ein wie die 'Rekordhalterin' des vergangenen Jahres mit knapp über 4 Promille. Im Zuge von Verkehrskontrollen fischte die Polizei zusätzlich 130 Fahrer aus dem Verkehr, weil sie Drogen oder Alkohol konsumiert hatten, ein Anstieg um gut 30.

Bauliche Maßnahmen nötig Kontrollen auf Alkohol, Drogen und Geschwindigkeit beschreibt Kreis daher als Schwerpunkte polizeilicher Verkehrssicherheitsarbeit. Ebenso könnten bauliche Maßnahmen die Unfallzahlen senken. Er nannte als Beispiele den Bau eines Verkehrskreisels an der Elbsee-Kreuzung und eines Radweges zum Elbsee. 'Das Problem ist das Geld', erklärt er und fügt im gleichen Atemzug hinzu: 'Man darf es nicht so weit kommen lassen, dass erst Tote beklagt werden müssen.' Die im vergangenen Jahr von 23 auf 51 gestiegene Zahl von Unfällen mit Radlern sieht er als Beleg dafür, dass das Radwegenetz ausgebaut werden muss. 'Gerade bei diesem schönen Sommer waren viele Radler unterwegs.' Jedoch trügen an den Unfällen nur zu einem Drittel die Autofahrer die Schuld. Eine negative Entwicklung gab es auch bei den Schulwegunfällen. Fünf verzeichnete die Polizei, im Jahr davor keinen. Nur in einem Fall habe sich das Kinder falsch verhalten. 152, elf mehr als im Vorjahr, Unfallfluchten ereigneten sich. Viele Fahrer kamen jedoch nicht weit. Vor allem dank Zeugen wurde 44 Prozent der Fälle geklärt, für Kreis ein überdurchschnittlich guter Wert.

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