So ist es im Krieg

Fuchstal Aktuell ist es noch immer, Bertolt Brechts Stück 'Mutter Courage und ihre Kinder'. Es handelt vom Schicksal einer Marketenderin, die im Dreißigjährigen Krieg ihre drei Kinder verliert, aber nichts daraus lernt und den Krieg weiterhin als Grundlage für ihr Geschäft betrachtet. Zu sehen war das Werk in einer Schulaufführung des Thalia-Theaters Wien in der Fuchstalhalle.

Etwa 250 Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe der Fuchstaler Schule verfolgten die Aufführung, die sich aus Zeitgründen auf die Schlüsselszenen des Werkes beschränkte. So war am Anfang Mutter Courage (Lauren van der Memel) zu sehen, die ihre Familie dem Werber und Feldwebel vorstellt. Dieser wurde in einer Person dargestellt von Heinz Haiden.

Der Versuch der Courage, ihre Kinder aus dem Krieg herauszuhalten, misslingt das erste Mal, denn Eilif wird für die Armee angeworben. 'Will vom Krieg leben, wird ihm wohl auch müssen was geben', kommentiert der Feldwebel das Geschehen.

In weiteren Szenen ist auch der Koch (Joachim Holzhey) zu sehen, etwa wie er mit der Courage um den Preis für einen Kapaun feilscht, während gleichzeitig Eilif vom Feldhauptmann für seine Tapferkeit und List ausgezeichnet wird. Da der älteste Sohn aber später nicht zwischen Krieg und Frieden unterscheidet und weiter plündert, wird er erschossen ebenso wie ihr Sohn Schweizerkas, der in seiner Redlichkeit die Regimentskasse retten will, für den aber die Courage das geforderte Lösegeld nicht rechtzeitig bezahlt.

Das Schicksal der Kattrin, die bei der heldenhaften Rettungsaktion für die Stadt Halle stirbt, wird auf der Bühne nur noch in Erzählform präsentiert. Den Stilmitteln des von Bertolt Brecht geschaffenen 'epischen Theaters' wurde diese Schulaufführung gerecht, sei es durch Verfremdungseffekte oder indem Heinz Haiden den Inhalt der jeweiligen Szenen in einer Einführung vorwegnahm, um zum Hinterfragen anzuregen.

Den durchaus beeindruckenden Leistungen der Schauspieler, die auf Grund einer Verspätung praktisch vom Parkplatz aus direkt auf die Bühne treten mussten, folgten die Fuchstaler Schüler dann allerdings mit unterschiedlichem Interesse und unterschiedlicher Aufmerksamkeit. Andreas Hoehne

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