Westallgäu / Lindau
Sind württembergische Schulen besser?

Die Konkurrenz der Schulen im benachbarten Baden-Württemberg nahm in der Diskussion beim Dialogforum einen breiten Raum ein. Kinder aus dem Kreis Lindau besuchen Hauptschulen in Wangen, Isny und Bodnegg - teils wegen der Wohnortnähe, teils wegen des dortigen Angebots. Die Bürgermeister des Landkreises sprachen Problempunkte an:

M5 - Von Eltern sowie vielen Lehrern und Schulleitern wird gefordert, den M-Zug (der zur Mittleren Reife führt) schon ab Klasse 5 einzuführen. In Baden-Württemberg heißt die entsprechende Schulform Werkrealschule. Weilers Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph sagte im Hinblick auf die württembergischen Nachbarschulen: «Wir sollten eine gesicherte Alternative anbieten können - und zwar zu dem Zeitpunkt, wenn sich die Eltern entscheiden müssen. Das bedeutet M5 - .»

Stiefenhofens Bürgermeister Anton Wolf forderte: «Wir wollen gleich behandelt werden wie Altusried» und spielte auf eine dortige Modellschule an, die M5 anbietet. Gabriele Holzner von der Regierung von Schwaben gab wie erwartet bekannt: «Die Haltung des Kultusministeriums zu M5 ist ablehnend.»

Auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte Schulamtsdirektor Thomas Novy, durch die intensivere individuelle Förderung der Schüler in der neuen Mittelschule könnten die Schüler schon ab der fünften Klasse so gut auf den M-Zug vorbereitet werden, dass dies dem Gedanken des M5 nahe komme. Das Problem sei nur: «Wie vermittle ich das den Eltern?»

Ganztagsbetreuung: Dass es in diesem Bereich in Bayern Defizite gibt, räumten auch die Regierungsvertreter ein. «Wir sind hier später eingestiegen als Baden-Württemberg», sagte Gabriele Holzner.

Ausfallstunden Walter Matzner, Bürgermeister von Sigmarszell, erklärte, dass 18 Kinder und Jugendliche aus seiner Gemeinde die Ganztagesschule in Bodnegg besuchen. Ein Grund dafür sei, dass es dort kaum Stundenausfall gebe.

Kosten Für die Kommunen hat die Abwanderung von Schülern nach Baden-Württemberg finanzielle Vorteile: Während sie im eigenen Zweckverband pro Kind einen Beitrag bezahlen, werden die Buben und Mädchen im Nachbarland umsonst unterrichtet. «Wir jammern über sinkende Schülerzahlen, aber teilweise sind wir selbst schuld», sagte angesichts dessen der Lindenberger Schulverbandsvorsitzende Johann Zeh. Diesem unterschwelligen Vorwurf widersprach Hans Kern, Bürgermeister von Weißensberg: «Wir schicken nicht Kinder nach Württemberg wegen finanzieller Interessen. Die Eltern schicken sie dorthin - und zwar wegen besserer Rahmenbedingungen.»

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