Westallgäu / Lindenberg
Sind Gästebegrüßungen noch zeitgemäß?

Sind Gästebegrüßungen nicht mehr zeitgemäß? Nur in Lindenberg und Oberreute heißt die Gemeinde die Urlauber eigens willkommen, wie eine Umfrage der Heimatzeitung ergab. In Weiler-Simmerberg ist diese Form der Begrüßung unbekannt, in Scheidegg wurde sie vor wenigen Jahren abgeschafft, »weil der personelle Aufwand doch enorm» sei, wie Berit Brattge mitteilt. Allerdings gebe es Überlegungen, sie wieder einzuführen, zusammen mit Ehrungen für Mehrfachbesucher.

In Wangen wird jeder Neuankömmling in einem Schreiben gebeten, im Gästeamt ein Geschenk abzuholen und sich dabei informieren zu lassen. In Isny werden die Patienten in den Kliniken von der Stadtführerin begrüßt. Die Stadt hat die offizielle Veranstaltung vor Jahren eingestellt. In Maierhöfen macht nur der Ferienclub Begrüßungen für seine Gäste.

Ira Wild geht in Weiler-Simmerberg lieber zu Gästeehrungen bei den Vermietern. Im kleinen Rahmen erfahre man von den Urlaubern viel eher wo es zwickt. «Der Gast will nicht auch noch im Urlaub auf Termine», sagt die Gästeamtsleiterin. Zudem hätte man im Markt nicht die nötigen Helfer, um die Begrüßung in einem ansprechenden Rahmen zu gestalten.

Büfett wird gesponsert

Neben Lindenberg finden lediglich in Oberreute Gästebegrüßungen statt, in den Weihnachts-, Oster- und Pfingstferien und von Juni bis Anfang September wöchentlich im Trachtenstadl. 30 bis 70 Teilnehmer werden vom Gästeamt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Tourismus willkommen geheißen, wie Karin Dünßer vom Gästeamt berichtete. Das Dorf wird vorgestellt, ein Käse-Wurst-Büfett wird von einheimischen Betrieben gesponsert und es werden Preise verlost, wie etwa Freikarten für Bergbahnen.

Die Gäste Lindenbergs werden in der Sommersaison einmal wöchentlich von den Stadtführern im «Löwen»-Foyer begrüßt.

Dr. Georg Grübel beklagt in einer Bürgeranfrage, dass die Begrüßung «im gleichgültig-unpersönlichen Rahmen» stattfinde, «wo sich Gäste vor einem nackten Tisch mit Werbeprospekten eigentlich nur verloren vorkommen können.» Kein Vertreter der Stadt oder vom Gästeamt sei anwesend. Das sei «Negativ-Werbung».

Grübel schlägt eine Gästebegrüßung im Rathaus vor in einem angenehmen Ambiente, Getränke bei einer kurzen Diaschau und unter anderem aktuelle Ausflugsempfehlungen des Gästeamts.

Danach Stadtführung

Der Lindenberger Hauptamtsleiter Roland Kappel entgegnete, man gehe bewusst ins «Löwen»-Foyer, weil man nicht wisse, wie viele Personen an der Begrüßung teilnehmen. «Wenn nur ein Gast kommt, ist die Kritik sicher richtig», räumte er ein. Darüber hinaus meinte er, die beiden Stadtführer würden die Begrüßung «in ansprechender Form» vollführen.

Getränke würden kostenlos angeboten und eine Stadtführung schließe sich an. Das diene dem Gast.

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