Silberne Lorbeerblätter krönen Eisschützen

Iris Lachenmayer und Thomas Rapp werden am Mittwoch geehrt Füssen (pas). »Eine heiße Woche steht mir bevor«, meinte Iris Lachenmayer: Geburtstag am 22., Fahrt nach Berlin und Auszeichnung mit dem Silbernen Lorbeerblatt am 23., Rückfahrt, Training und am Wochenende das nächste große Turnier. Weiterer neuer Träger des Silbernen Lorbeerblattes wird Thomas Rapp, ebenfalls von der ESG Füssen. Er war überrascht und freut sich sehr, dass seine sportlichen Erfolge schon jetzt honoriert werden. »Eigentlich sind so hoch ausgezeichnete Eisschützen alle älter«, meinte der 31-Jährige.

Seit 1973 spielt die Kaufbeurer Finanzbeamtin Iris Lachenmayer mit den Eisstöcken. Die Lebenspartnerin ihres Opas, eine begeisterte Eisschützin, hatte sie kurzerhand »als Libera zu diesem Sport befohlen«. Im damaligen Damenteam fehlte nämlich manchmal die vierte Mitspielerin. Aus dem Hobby wurde eine Art Sucht. Auch die beiden Töchter nahm sie später zu manchen Turnieren mit. Nachdem sich die Eisstockabteilung des EV Kaufbeuren aufgelöst hatte, schloss sich Iris Lachenmayer der ESG Füssen an. »In Füssen habe ich erst gelernt, wie man richtig Eisstock schießt. Da hat der Sport gleich noch mehr Freude gemacht«. Auch bei der ESG wollte sie nur gelegentlich im Damenteam mitspielen, denn nach ihrer Scheidung widmete sie sich intensiv der Erziehung ihrer Tochter Ulrike. Trotzdem waren der Weltmeistertitel mit der deutschen Mannschaft 1990 in Graz, mehrere weitere Vize-WM-Titel sowie der des Europameisters 1996 große sportliche Erfolge. Ulrike tritt inzwischen in Muttis Fußstapfen. »Sie ist eigentlich schon besser als ich«, meint Iris Lachen- mayer. »Durch ihre Größe hat sie mehr Kraft und steht die anstrengenden Turniere besser durch.«Iris Lachenmayer freut sich sehr über die Auszeichnung mit dem Silbernen Lorbeerblatt. Allerdings wusste sie schon, dass sie vor zwei Jahren vom Deutschen Eissportverband dafür vorgeschlagen wurde. Thomas Rapp hat vor 18 Jahren beim EC Osterreinen mit dem Eisstockschießen angefangen. Vater und Bruder spielen auch jetzt noch dort. Doch Thomas wechselte überraschend zur ESG Füssen. Denn dort spielte Ulrike Lachenmayer, seine »große Liebe« wie er damals noch heimlich gestand. Mit ihr zusammen und ihrer Mutter Iris errang er seinen »schönsten Erfolg«: Deutsche Meister 1998 für Mixed-Teams. Mit dem Silbernen Lorbeerblatt wird Rapp allerdings für seine größten internationalen Erfolge ausgezeichnet: Mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister 1998 und Europameister 1999. An eine Auszeichnung irgendwelcher Art hat Rapp überhaupt nicht gedacht: »Mir macht Eisschießen einfach Spaß und das Umfeld stimmt auch. Da denkt man gar nicht an Ehrungen« meinte er bescheiden. Der selbstständige Fachmann für Haus- und Gartenservice hat weitere sportliche Hobbies: Schießen, Skilauf und Golf, seit er den Golfplatz in Garmisch gärtnerisch gepflegt hat. Sein nächstes großes Ziel ist die Teilnahme an der WM 2002 in Finnland. Die Auszeichnung von Iris Lachenmayer und Thomas Rapp nimmt Bundesinnenminister Schily im Auftrag des Bundespräsidenten am Mittwoch, 23. Februar um 12 Uhr im Olympiapalais, Unter den Linden, vor.

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