Kaufbeuren
«Sie fühlen sich hier wohl»

Drei ehemals ausländische Mitbürger erhielten bei einer Feierstunde im Historischen Rathaussaal aus der Hand von Oberbürgermeister Stefan Bosse ihre Einbürgerungsurkunde, die sie künftig als deutsche Staatsbürger ausweist. Olga Spreigl (Herkunftsland Kasachstan), Hülya Cakir (Türkei) und Husejin Mehanovic (Bosnien) bekannten feierlich, dass sie «das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werden, was ihr schaden könnte».

Für die örtliche Gemeinschaft sei das ein besonderer Tag, sagte Bosse in seiner Ansprache. Ersichtlich werde dies zum Beispiel daran, dass alle drei Bürgermeister der Stadt der Feier beiwohnten. Der Entschluss der Neubürger, Deutsche sein zu wollen, zeige «dass Sie sich hier wohlfühlen und hierbleiben möchten». Die Kultur ihres jeweiligen Herkunftslandes bräuchten sie nicht abzulegen, sagte Bosse. Man freue sich, dass in dieser Stadt Menschen aus 97 verschiedenen Staaten friedlich zusammenleben. Das werde auch als Herausforderung gesehen, «wenn es um die Integration geht. Wir stellen uns dieser Herausforderung mit vielen Ansätzen.

» Die extrem niedrige Kriminalitätsrate in Kaufbeuren zeige, «dass es mit dem friedlichen Zusammenleben sehr gut klappt». Eine Gesellschaft sei immer dann erfolgreich, wenn sie sich über nationale Egoismen hinweggesetzt und große Toleranz auf der Basis demokratischer Kultur pflegt. «Das soll uns Ansporn sein, unseren Weg fortzusetzen», erklärte Bosse. Deutscher zu sein bringe Rechte und Pflichten mit sich, sagte er weiter. Deutschland habe «Gott sei Dank wieder einen guten Namen in der Welt». Als Deutscher sei man fast überall geschätzt und geachtet.

Liu Jie Mao (19), ehemals chinesischer Staatsbürger, erläuterte in den «Worten eines Eingebürgerten», was ihn bewogen habe, Deutscher zu werden. Demnach wurde der Student der Fachhochschule Kempten in Nürnberg geboren. Seine Wurzeln hat er im Großraum Shanghai. Nach längerer Zeit der Unentschlossenheit habe ihn ein Urlaub in China dazu gebracht, sich um die deutsche Staatsbürgerschaft zu bemühen. Denn während seines Aufenthalts dort habe er, wann immer er mit einem Chinesen ins Gespräch kam, das Gefühl gehabt, er werde eher als Ausländer denn als Chinese behandelt. «Seit August 2009 bin ich deutscher Staatsbürger», so Mao.

Die Ludwig Hahn Sing- und Musikschule gestaltete die Feierstunde musikalisch.

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