Baisweil
Seltene Zutat für Schnaps findet sich in Baisweil

Gelb scheint in Baisweil bevorzugt zu sein. Voriges Jahr wurde in der Gemeinde die letzte Population des Gelbringfalters im Ostallgäu gefunden. Nun entdeckte die Untere Naturschutzbehörde zwischen Baisweil und Großried das nördlichste Vorkommen des Gelben Enzians. «Das ist eine geschützte Art, die im Ostallgäu ohnehin nur selten vorkommt», berichtet Janina Schaper von der Behörde des Landratsamtes.

Bekannt ist das Enziangewächs aus der Klasse der «Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrigen» vor allem aus den Bergen, wo es in Lagen bis zu 2500 Meter noch vorkommt. Im Gegensatz zum üblichen Enzian ist die Blüte des Gelben Enzians aber nicht blau, sondern gelb. Die Pflanze kam auch oft in Tälern vor. Doch weil er in der Medizin, aber vor allem auch als Grundstoff für klaren Schnaps Anwendung findet, wurde er dort rar. «Er wird aber noch häufig mit dem Weißen Germer verwechselt», so Schaper. Heute wird der Enzian dafür extra gezüchtet. Denn: «Der Gelbe Enzian ist deutschlandweit gefährdet. In Bayern ist er nur eine Vorstufe davon entfernt», so Schaper. Im Ostallgäu ist er noch in den Bergen anzutreffen, und winzige Populationen sind bei Kaltental oder Friesenried zu sehen.

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Gelber Enzian wird etwa 50 bis 150 Zentimeter groß, seine Wurzel kann bis zu einem Meter in das Bodenreich wachsen. Im unteren Bereich des Pflanzenstils dominieren grüne, kreuzförmig angeordnete Blätter, weiter oben die bis zu zehn blassgelben bis goldgelben Blüten. Blütezeit hat das Gewächs von Juni bis August. Fressfeinde hat der Gelbe Enzian nicht, denn er ist giftig, erläutert Schaper. Deshalb ist auch sein Extrakt in der Medizin bitter schmeckend. In Baisweil wurde er nur deshalb entdeckt, weil die Gemeinde das Gewerbegebiet Süd genehmigte. Deshalb sorgte sie nämlich für Ausgleichsflächen. Diese fand der Gemeinderat im Nordosten der Gemarkung an der Kreisstraße 6, erklärt Bürgermeister Thomas Steinhauser. Dort ist nun der nördlichste Punkt des Landkreises, an dem der gelbe Enzian wächst.

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Die Fläche wird nun von der Gemeinde, die sich auch um die Pflege kümmert, aufgewertet: Bäume und Sträucher werden entfernt oder zum Schutz gepflanzt, außerdem muss jährlich eine Mahd gemacht werden, erläutert Steinhauser.

In der Gemeinde sieht man aber auch die eingeschränkte Nutzung der Flächen, auf denen Gelbringfalter oder Gelber Enzian vorkommen. «Aber die Natur ist nicht zu bezahlen, wenn sie nicht mehr da ist», sagt der Bürgermeister. Insofern genießen diese Besonderheiten auch eine «Wertschätzung».

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