Selbsthilfegruppe in Ottobeuren gründen

Ottobeuren (bum). - 'Sie haben in Ottobeuren absolut Glück mit dieser Klinik, die Osteoporose-Prävention macht', meinte die Rundfunk-Moderatorin und Internistin Dr. Marianne Koch beim Patientenseminar zum Thema 'Osteoporose' (siehe Wortweiser) in der Aula des Schulzentrums. Unter großem Beifall von über 700 Besuchern ging am Sonntag die sehr informative Veranstaltung zu Ende. Sie fand in enger Zusammenarbeit von Kreisklinik Ottobeuren, dem Bayerischen Osteoporose-Zentrum der Universität München und der Universität Erlangen statt. Landrat Dr. Hermann Haisch unterstrich die große Bedeutung derartiger Vernetzung gerade für ein kleines Krankenhaus wie Ottobeuren. Nach den Patientenseminaren zu Herz-Kreislauf und Diabetes habe die Kreisklinik Ottobeuren mit Osteoporose nun ein weiteres drängendes Thema aufgegriffen, was die große Besucherzahl beweise. 'In Deutschland haben zwölf Millionen Menschen ein hohes Risiko und vier Millionen bereits eine manifeste Osteoporose', beleuchtete Chefarzt Dr. Wolfgang Pflederer die Situation. Die Kosten von derzeit schon 2,2 Milliarden Euro für die Folgeerscheinungen von Osteoporose würden sich bis 2030 verdoppeln, und damit auch das Leid der Betroffenen. 'Keiner muss heute mehr Osteoporose haben', so Professor Dr. Rainer Bartl. Nach den Worten des Begründers und Leiters des Bayerischen Osteoporose-Zentrums würden aber nicht einmal zehn Prozent der schwer Osteoporosekranken therapiert. Ein Problem sei, dass die Verringerung der Knochendichte am Anfang nicht schmerze. Deshalb plädierte er für die vorsorgliche Messung der Knochendichte. Wie Professor Dr. Rainer Bautz, Direktor des Radiologischen Instituts der Uni Erlangen, verdeutlichte, müsse bei allen Messungen die Vergleichbarkeit der Messzahlen unbedingt beachtet werden: Es sollte immer mit dem selben Gerät an der selben Körperstelle gemessen werden.

'Zu wenig Wissen' 'Bundesweit wissen die Ärzte zu wenig über Osteoporose', verlangte die Präsidentin des Bundesverbandes für Osteoporose, Hildegard Kaltenstadler aus Düsseldorf, eine grundlegende Bewusstseinsänderung und flächendeckende Versorgung. Da Eigeninitiative besonders wichtig sei, regte die selbst betroffene Seniorin für Ottobeuren die Gründung einer Selbsthilfegruppe an. In den zahlreichen Kurzreferaten wurde die Thematik sehr umfassend und für Laien verständlich dargelegt: Vom Knochenaufbau und der im Alter von 25 Jahren etwa erreichten maximalen Knochenmasse, über die große Bedeutung von Ernährung und Sport bis zu Behandlungsmöglichkeiten, operativen Eingriffen, Stützkorsetten und auch der Sichtweise der Traditionellen Chinesischen Medizin. 'Jeder ist seines Knochens Schmied', brachte es Dr. Koch auf den Punkt. Vorbeugung mit richtiger Ernährung und viel Bewegung sowie das Erkennen des individuellen Risikos seien im Hinblick auf die Lebensqualität der heute immer älter werdenden Menschen oberstes Ziel. Die schnelle Mobilisierung nach eingetretenen Knochenfrakturen, so die Internistin weiter, werde als ganz wichtig erachtet.

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