Seider tritt gegen Sontheimer an

Schwangau | pm | Die Schwangauer SPD will Reinhold Sontheimer den Chefsessel im Rathaus nicht kampflos überlassen. Bei der Nominierungsversammlung für die bevorstehende Kommunalwahl wählte sie Roman Seider nicht nur auf Platz eins ihrer Gemeinderatsliste, sondern auch zu ihrem Bürgermeisterkandidaten.

Der 61-jährige Gymnasiallehrer nannte es ein 'Trauerspiel', dass weder die Freien Wähler noch die Freie Dorfgemeinschaft in der Lage seien, eigene Bürgermeisterkandidaten aufzustellen. Dem jetzigen Amtsinhaber warf Seider vor, nicht immer nur das Gesamtwohl der Gemeinde im Auge zu haben. Das Drama um den Bullachberg sei ein Musterbeispiel dafür, wie eng Kapital- und Parteiinteressen verfilzt seien. Hier sei einer Familie von der CSU buchstäblich in die Tasche gewirtschaftet worden, denn durch das Baurecht am Bullachberg hätten die Grundstücke dort wohl um vier bis fünf Millionen Euro an Wert gewonnen, rechnete Paul Schmid vor. 'Eine solche Spezlwirtschaft ist nicht vertretbar und wird es mit mir als Bürgermeister bestimmt nicht geben', versprach Seider. Stattdessen müsse die Bevölkerung bei großen Vorhaben rechtzeitig, ehrlich und umfassend informiert werden, um dann kompetent mitentscheiden zu können; denn, so Seider: 'Schwangau ist nicht das Dorf der CSU und einiger weniger Großinvestoren'.

Auch wenn die SPD sich für das Wohl von ganz Schwangau einsetze, gelte das Hauptaugenmerk gegenwärtig dem Ortsteil Hohenschwangau, denn dort 'brennt es zur Zeit halt öfter'. Nicht zuletzt durch den Einsatz der SPD sei es gelungen, den Bau des Musical-Gebäudes und von Mobilfunkmasten in Hohenschwangau zu verhindern und die Hofwiese zu erhalten und nicht in Parkplätze umzuwandeln. Was die vom Wittelsbacher Ausgleichsfond (WAF) geplante Großbaustelle in Hohenschwangau anbelangt, könne sich die dortige Bevölkerung immer auf die SPD-Gemeinderäte und deren Unterstützung verlassen - ebenso wie auf Paul Schmid, der dem Arbeitskreis angehört.

Als besondere Ziele der SPD in der Gemeinderatsarbeit nannte Seider eine stärkere Ausrichtung der Politik an der Ökologie mit dem Ziel der Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Die Förderung alternativer Energien auch auf und in kommunalen Gebäuden sei für die Zukunft ebenso wichtig wie der Schutz des einmaligen Landschaftsbildes, betonte Seider, der auch Vorsitzender des örtlichen Bundes Naturschutz ist. Östlich der Tankstelle, die den Ortseingang aus Richtung Buching auf Dauer verschandele, dürfe es 'entlang der B 17 in Richtung unseres Baudenkmals St. Coloman keine weitere Bebauung geben'. Auch der Ehberg müsse als Naturdenkmal, als prägende Erscheinung und dörflicher Identifikationspunkt im Schwangauer Landschaftsbild erlebbar bleiben, so Seider.

Er bedauerte, dass der Gemeinderatsbeschluss zur Erweiterung des Gesundheitszentrums 'König Ludwig' zu wenig die vom Kreisbaumeister vorgeschlagene weitere Sichtachse berücksichtigt hat: 'Privater Kommerz rangiert auch hier vor dem Gesamtinteresse eines intaktes Landschaftsbilds in Schwangau'. Bei der Neuausweisung von Baugebieten müsse man sich ebenso zurückhalten. Seider: 'Zuerst gilt es, die bestehenden Baulücken gemeinverträglich zu schließen, denn grundsätzlich ist unser Dorf zum Leben da, nicht zum Verbrauchen'.

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