Waal
Sehnsucht nach Werten

Zum traditionellen Männereinkehrtag in Waal sprach heuer auf Einladung von Diakon Hermann Neuner der Bischöfliche Diözesanbeauftragte für die katholische Polizeiseelsorge im Bistum Augsburg, Pfarrer Johann Margazyn, zum Thema «Neue Sehnsucht nach Werten - Welche Werte gestalten unser Leben?». Der Referent unterrichtet an der Polizeischule in Königsbrunn angehende Polizisten im Fach Berufsethik und konnte so aus reichhaltiger Erfahrung berichten.

Von der Begriffsdefinition her bedeute das Wort «Werte»: Was ist für mich wertvoll und so wichtig, dass ich es für mein Leben brauche? Es gebe in seinen Augen keinen Werteverlust, sondern einen Wertewandel. Was sind Werte? Für Christen seien dies die christlichen Werte, von denen die wichtigsten in den Zehn Geboten definiert sind.

Begriffe wie Menschenwürde, Solidarität und Ehe sind notwendige Grundwerte für eine Gesellschaft. Wenn der Mensch ein Geschöpf Gottes ist, verlange dies auch einen menschenwürdigen Umgang mit pflegebedürftigen Menschen, Behinderten, Erwerbslosen, Kindern und Armen und erlaube keine Ausbeutung solcher Personengruppen.

Gerade wir Christen müssten einer Entwicklung Einhalt gebieten, in der der Mensch nichts mehr gelte und viel entschiedener für Menschenwürde eintreten und unsere Werte in der Gesellschaft auch leben. Mit dem Glaubensschwund in der Gesellschaft ergeben sich auch Probleme bei der Vermittlung von Werten, so der Referent.

Interessante Aufschlüsse ergab eine Umfrage bei den angehenden Polizisten zum Werte-Thema. So stand der Begriff «Ehrlichkeit» an oberster Stelle, gefolgt von «Familie» und «Gerechtigkeit». Eine Statistik zeigt, dass über 90 Prozent der jugendlichen Straftäter aus einem zerrütteten Elternhaus stammen. Weitere wichtige Wertbegriffe waren: Respekt, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsgefühl. Wenn man keinen Respekt mehr habe, so ende dies in Gewalt. Und die Tendenz zu Gewalt nehme in den letzten Jahren eindeutig zu, wie zahlreiche Beispiele aus der Presse belegten, sagte Margazyn.

Im Vergleich zu früher würden neuerdings gewisse Grenzen nicht mehr eingehalten. Die Ursachen liegen teils in der Familie begründet, vor allem aber seien die zahlreichen Gewaltvideos der Nährboden für diese Entwicklung. Alle Amokläufer hätten etwas gemeinsam: den Konsum solcher Videos. Wer stundenlang solche Filme anschaue, bei dem breche der soziale Kontakt zu den Mitmenschen ab, warnte der Referent. Ein weiteres Problem bestünde heute darin, dass immer weniger Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Vereine tun sich oft schwer, Vorstände zu besetzen und manche Jugendgruppen scheitern daran, weil keiner den Verein führen will. Eine anschließende Diskussion rundete den interessanten Vortrag ab.

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