Seeg
Seeger fordern: Rauch muss raus aus Kneipen

Fritz Kast spielt gerne und regelmäßig in einer Wirtschaft Schafkopf. Doch wegen des derzeit locker gehandhabten Nichtraucherschutzgesetztes in Bayern ist nicht nur der Blick auf sein Blatt vernebelt - er fürchtet als Passivraucher um seine Gesundheit. Jetzt hat er die Initiative ergriffen und sich zusammen mit Prominenten aus Seeg in die Listen zum Volksbegehren für «echten Nichtraucherschutz» im Rathaus eingetragen.

Dem Pädagogen Kast stinkt es im wahrsten Sinne des Wortes gewaltig: «Als Lehrer gehört es zu meinem Erziehungsauftrag, die Schüler vor den Gefahren des Rauchens zu warnen», sagt der 55-Jährige überzeugt. Doch es helfe wenig, jungen Menschen auf der einen Seite zu predigen, wie schädlich Rauchen sei - wenn auf der anderen Seite kein konsequenter Nichtraucherschutz erfolge. «Dabei sterben laut Studie in Deutschland jährlich rund 3300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens», warnt der Seeger Mediziner Prof. Dr. Alois Sellmayer, der sich ebenfalls in die Liste einträgt.

Doch nicht nur die Beiden, auch der Leiter des Hohenschwangauer Gymnasiums Peter Däxle, Bürgermeister Manfred Rinderle und Kreisrätin Dr. Irene Epple-Waigel sind gekommen, um das Volksbegehren zu unterstützen. «Bei rund 2200 Bürgern sind allein hier in Seeg über 200 Unterschriften für dessen Erfolg nötig», rechnet der Bürgermeister vor, der heute aber ausdrücklich als «Privatmann» das Volksbegehren unterstützen will. Daneben unterstützen auch Landrat Johann Fleschhut und Pfarrer Alois Linder den Nichtraucherschutz.

Kinder und Schwangere schützen

«Ich will nicht, dass Jugendliche und Kinder dem Rauch ausgesetzt werden», sagt Dr. Irene Epple-Waigel, die selbst einen 14-jährigen Sohn hat. Laut Statistik, so die ehemalige Spitzensportlerin und Medizinerin, würden etwa die Hälfte aller Kinder in Haushalten mit Rauchern leben und seien ohnehin schon viel zu häufig dem Rauch ausgesetzt. Ein konsequenter Nichtraucherschutz in Lokalen als öffentliche Räume sei deswegen mehr als notwendig. «Denn dort arbeiten häufig auch schwangere Frauen», sagt Epple-Waigel. Und die seien gezwungenermaßen dem Rauch ausgesetzt, wenn sie ihren Job nicht aufgeben wollten.

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