Pfronten
Schwieriges Jahr beginnt mit Hoffen und Bangen

Die Talsohle ist erreicht. Doch wann es wieder aufwärts geht und wie stark - darüber wagt Michael Welt vom Vorstand der Gildemeister AG keine Prognose. Als Werkzeugmaschinenbauer stehe man ganz hinten in der Kette. Erst wenn ein Unternehmen sicher sei, dass es sie braucht, kaufe es neue Maschinen. Wie die Stimmung ist, darüber wisse man nach drei wichtigen Ausstellungen mehr, so Welt. Nach der Hausausstellung bei der Tochter Deckel Maho in Pfronten, die gestern begonnen hat, folgen Ende des Monats die internationale Messe für Fertigungstechnik und Automatisierung «Metav 2010» in Düsseldorf und im März die Großteilbearbeitungstage in Bielefeld.

Dann, im Frühjahr, dürfte sich auch abzeichnen, ob es Deckel Maho dank Kurzarbeit gelingt, die Mitarbeiterzahl von 1120 plus 98 Auszubildenden zu halten. Ein Jahr zuvor waren es noch 1262 und 104 Auszubildende. Auch 217 Leiharbeiter wurden nicht weiterbeschäftigt. Durch das schwierige Jahr 2010 wolle man möglichst kommen, «ohne weiteres Know-how-Personal abbauen zu müssen». Die Kurzarbeit habe man für interne Qualifizierungen genutzt, ergänzt Geschäftsführer Steffen Burghoff.

Ergebnis «leicht schwarz»

Vorerst geht Michael Welt davon aus, dass der Umsatz am Standort Pfronten weiter sinkt. Im Vergleich zum Rekordjahr 2008 war er im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Für dieses Jahr rechnet Welt nur noch mit der Hälfte des Umsatzes von 2008.

Angesichts des 67-prozentigen Umsatzrückgangs, den die Weltwirtschaftskrise dem deutschen Werkzeugmaschinenbau insgesamt bescherte, sind das noch positive Zahlen. Dank Sparmaßnahmen in allen Bereichen vom Personal bis zu den Lieferantenkonditionen verbuchte man sogar noch ein - so Welt - «leicht schwarzes Ergebnis». Darauf sei man im Konzern stolz.

Interesse wächst

Mittlerweile spüre man bei den kleineren Maschinen schon ein wachsendes Interesse. Ab der Jahresmitte erwarte er das auch für die großen Maschinen, sagt Michael Welt. Mit Live-Vorführungen und Seminaren versucht Deckel Maho das Interesse bei seiner Hausausstellung zu beleben, berichtet Geschäftsführer Alfred Geißler. Die Hoffnungszeichen sind nicht zu übersehen. So setzt man auf den wachsenden Markt der regenerativen Energien wie der Windkraft.

Wichtige Teile für die Anlagen können auf Großmaschinen wie der DMU 600 P gefertigt werden (siehe Foto). Auch mit der Zahntechnik erschließt sich Deckel Maho ein neues Geschäftsfeld.

Dass die Lasertochter Sauer mit über 50 Mitarbeitern von Kempten nach Pfronten umzog, ermöglicht es, Komplettlösungen vom Abscannen des Modells bis zum Fräsen der Krone anzubieten. Zunehmend biete Deckel Maho mehrere Technologien in einer Maschine an, so Geschäftsführer Geißler. Das Werkstück werde einmal eingespannt und dann gefräst, gedreht und geschliffen. Der Kunde spare so nicht nur Zeit und Geld, sondern erhalte auch eine höhere Präzision.

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