Schwierige Akustik im historischen Berlin

Turnerspielmannszug Lindenberg lässt in seinem Frühjahrskonzert Geschichte aufleben Lindenberg (rau). Dreigeteilt war das Frühjahrskonzert des Turnerspielmannszugs Lindenberg. Fanfaren, Nachwuchs und große Kapelle unterhielten mit einem umfangreichen Konzertprogramm für jeden Geschmack die Zuhörer in der vollbesetzten Halle des Vereins.

Den Auftakt bildete der Spielmanns- und Fanfarenzug in seinem bunten Gewand. Unter der Leitung von Christian Freudig war er nicht bloß ein fröhlicher Farbfleck im Konzertgeschehen. Auch wenn ein Bühnenauftritt einem Fanfarenzug nie ganz gerecht wird, so wirkte er doch mit seinen schmissigen Stücken als Einheizer und Stimmungsankurbler. Besonders temperamentvoll fegten die Töne bei 'La Cucaracha' über die Köpfe hinweg. Einen Kontrast dazu bildeten danach die jungen Musiker der Harmonie-Jugend mit leiseren Klängen, dirigiert von Bernd König. Unaufgeregt, zart und mit gutem Rhythmusgefühl spielten sie den Cha-Cha 'Irish Dream'. Einen Dixie als Zugabe brachten sie so lässig und stilsicher wie eine Altherren-Band. Angesichts der guten Besetzung der Jugendkapelle braucht es Vorstand Reinhold Freudig, heuer 25 Jahre im Dienst, nicht mehr um den Fortbestand der Harmonie bange zu sein. Den Hauptteil des Programms, durch das Gunther Waldorf wortreich und witzig führte, bestritt die TSZ-Harmonie. Arthur Baur und Bernd König wechselten sich beim Dirigieren ab. 'Springtime in Berlin' war Einstieg und zugleich Höhepunkt. Komponist Kees Vlak, der gerne aktuelle Ereignisse und Entwicklungen musikalisch verarbeitet, hat sich an die Vertonung von Mauerfall und Erinnerungen an Berlins Geschichte gewagt. Die Musiker der Harmonie wurden dem Wechsel von Dramatik und ruhigem Fluss, gedämpften Gefühlen und überschäumendem Triumph durch alle Register gerecht, auch wenn die Akustik in der Halle nicht gerade ideal ist. Heurigenstimmung kam beim Konzertmarsch 'Hyperion' und erst recht beim Konzertwalzer 'Bad´ner Mad´ln' auf. Melodien im Dreivierteltakt tasteten sich heran, als kämen die Flötentöne irgendwo aus dem Weinberg. Auch beim Hirtenlied, den 'Pastoral Pictures', ließ die Kapelle farbige Bilder entstehen, modulierte verhaltene und überschwängliche Sätze. Ohne einen Tribut an den Rock?n Roll in seinem Jubiläumsjahr ging es natürlich nicht. Mit einem fetzigen Medley und einem Popsong als Zugabe bewiesen die Musiker, welche Bandbreite ihr Spiel hat. Da durfte das tiefe Blech rocken, was der Trichter hergibt und im Holzblasregister flogen die Finger. Ländlich wurde es nochmals mit einem Gruß an Südtirol und mährischen Klängen. Für Roland Paulus, der als Bezirksvorsitzender des ASM die Ehrungen vornahm, ist die Harmonie mit Musikerjahrgängen von 1936 bis 1992 der 'gelebte Generationenvertrag'. Für 15 Jahre aktives Musizieren erhielt Barbara Deufel eine Urkunde aus seiner Hand.

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