Füssen
Schwarzbauten: Frist endet, Bürger reichen Petition ein

Die Frist läuft aus: Nur noch bis Sonntag haben Schwarzbauer aus dem Wasen- und Vordermoos die Möglichkeit, mit dem Landratsamt einen Vertrag abzuschließen, um die Beseitigung der ohne Genehmigung gebauten Hütten und Häuser zu regeln. Diejenigen, die keinen Vertrag abschließen, müssen danach mit einer Beseitigungsanordnung rechnen. Dagegen machen die Betroffenen mobil, sie haben eine Petition beim Landtag eingereicht. Ihr Ziel ist «eine unbefristete Duldung der Häuser mit einem öffentlich-rechtlichen Vertrag», sagt ihr Sprecher Hannes Schäfer.

Wie mehrfach berichtet, will das Landratsamt den seit Jahrzehnten um sich greifenden Schwarzbau-Sumpf im Wasenmoos ein für alle Mal trockenlegen. 16 Wohnhäuser, 53 Wochenendhäuschen und etliche weitere illegale bauliche Anlagen - von Zäunen über Schuppen bis Anbauten - sollen abgerissen werden. Allerdings nicht sofort. Schließen die Betroffenen Verträge ab, werden ihnen Fristen zwischen zehn und 15 Jahren eingeräumt. Denn Landrat Johann Fleschhut will eine «bürgerfreundliche Lösung», wie er betont.

Die Anwohner im Wasenmoos beurteilen diesen Vorschlag anders: Hier werde «immenses Volkskapital vernichtet», sagt Schäfer. Zudem seien die Schwarzbauten über viele Jahre kein Thema gewesen. Seinerzeit habe es die Stadt Füssen als Planungsbehörde versäumt, den Betroffenen zu helfen. «Jeder Bürgermeister, jeder Stadtrat hat das Thema in den vergangenen Jahren weggeschoben.»

Bisher nur acht Verträge

Etliche Schwarzbauer wandten sich mit der Bitte um Hilfe an den Ministerpräsidenten und den Innenminister. Vergebens. Sowohl Horst Seehofer als auch Joachim Hermann stärkten dem Landratsamt den Rücken und bezeichneten die angebotenen Restnutzungszeiten als «sehr großzügig». Landrat Fleschhut sieht seine Behörde in ihrem «Bemühen nach einer bürgerfreundlichen Lösung bestätigt». Er würde sich sehr freuen, «mit möglichst allen Eigentümern Verträge abzuschließen». Zumal die Rechtslage klar sei und er kostenträchtige, gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden wolle. Noch sind die angebotenen Verträge aber ein Ladenhüter. Bisher haben laut Kreisbehörde 14 Anwohner Interesse an einem Vertrag bekundet, in acht Fällen wurden die Verträge unterzeichnet.

Beispiele aus dem Oberallgäu

Die anderen Schwarzbauer hoffen auf Hilfe aus dem Landtag: «Im Namen aller Betroffenen im Wasenmoos» hat sich Schäfer an den Petitionsausschuss gewandt. Er will erreichen, dass die Hütten und Häuser unbefristet geduldet werden. Dann werde man einen Vertrag unterschreiben, wonach bauliche Veränderungen nicht zulässig sind - wird dieser missachtet, kann ein Abriss angeordnet werden. Dieses Konzept sei bereits vor etlichen Jahren im Oberallgäu (etwa am Niedersonthofener See) realisiert worden, baut Schäfer nun auch auf die Unterstützung der Landespolitiker für das Wasenmoos: «Was im Oberallgäu machbar war, sollte bei uns im Ostallgäu ebenso möglich sein.»

Schäfer fordert, dass bis zur Entscheidung über die Petition die Frist des Landratsamtes zum Unterschreiben der Verträge ausgesetzt wird. Er wolle an der Frist festhalten, sagt dagegen der Landrat.

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