Schwarzangler gehen nur selten ins Netz

Von Stefanie Heckel, Sulzberg - Statt fetter Beute gibt es nun den großen Ärger: Zwei Schwarzfischer sind der Polizei am Öschle-See in Sulzberg ins Netz gegangen. Ihre Angeln sind die beiden 33 und 23 Jahre alten Männer nun erst einmal los, dafür haben sie Anzeigen wegen Fischwilderei am Hals. Fischen ohne Erlaubnis - eine laut Fischereiverband verbreitete Straftat. Doch nur in seltenen Fällen folgt die Strafe dafür auf den Fuß: Es ist nicht leicht, den Schwarzfischern auf die Schliche zu kommen. Wer in Bayern legal fischen will, muss mehr tun, als nur eine Angel ins Wasser halten. Kurse und Prüfungen gilt es zu absolvieren, um an einen Angelschein zu kommen. Und dann muss man auch eine Erlaubnis für den jeweiligen See oder Fluss haben. Weder das eine noch das andere hatten die beiden Angler, die im Öschle-See gefischt hatten. Die Polizei erwischte sie auf frischer Tat. Welche Strafe genau nun auf die beiden Männer aus Waltenhofen und Kempten zukommt, ist noch unklar. Die Polizei jedenfalls hat sie angezeigt. Für Fischwilderei drohen nach Auskunft von Karl-Heinz Schader von der Kemptener Polizei bis zu zwei Jahren Haft oder Geldstrafe.

Für den schwäbischen Fischereiverband im Oberallgäu sind solche Schwarzfischer seit etwa drei Jahren zunehmend ein Problem geworden. Das hat Verbands-Obmann Günther Weigelt beobachtet. Nur: Die Fischer haben sehr wenig Handhabe, um den 'Illegalen' beizukommen. 'Wir können lediglich möglichst viel zu kontrollieren', sagt Weigelt. Dabei begegne man den Fischern jedoch nicht immer aufgeschlossen, erzählt er. Gerade in den vergangenen zwei Jahren habe es doch hin und wieder Probleme gegeben und man sei 'sanft ausgedrückt sehr unfreundlich' von den Kontrollierten behandelt worden. Wenn die Fischer dann aber ein schwarzes Schaf ausgemacht haben, holen sie die Polizei zu Hilfe. Was aber genau ist so schlimm am Schwarzfischen? 'Da gibt es mehrere Aspekte', sagt Weigelt. Zum einen begeht derjenige, der ohne Schein und Erlaubnis angelt, schlicht Diebstahl. Er stiehlt Fisch, der beispielsweise einem örtlichen Fischereiverein gehört. Und dann kommt dazu, dass die 'Illegalen' möglicherweise durch Unkenntnis großen Schaden anrichten. Weigelt: 'Das kann verheerend sein, wenn man einen kranken Köderfisch benutzt.' Obwohl die Profis bei ihrer Suche nach illegalen Anglern oft sprichwörtlich im Trüben fischen, gelingt hin und wieder ein größerer Schlag: Vor etwa zwei Jahren wurden mehrere Männer gefasst, die vermutlich über eine ganze Saison hinweg heimlich nachts bei Mondlicht gefischt hatten.

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