Schutzgebiete: Pläne liegen vor

Karten liegen ab Montag in den Rathäusern - Möglichkeit zur Stellungnahme für Bürger Ostallgäu (ves). Nun ist der Startschuss gefallen, um die Öffentlichkeit im Ostallgäu an die Ausweisung von Schutzgebieten nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) zu beteiligen: Die Vorschläge des bayerischen Umweltministeriums wurden verschickt, ab Montag können die Pläne in den Rathäusern eingesehen werden. Bis 26. Mai besteht Gelegenheit zu Einwendungen und weiteren Vorschlägen.

»Viele befürchten, sie dürften in FHH-Gebieten nichts mehr machen - das stimmt nicht«, betont Stefan Mohr, Leiter der Abteilung »Umwelt und Soziales« am Landratsamt Ostallgäu: »Es besteht nur Verschlechterungsverbot-die bisherige Nutzung kann weitergehen.« Nur bei einer Veränderung wird eine Verträglichkeitsprüfung nötig. Außerdem unterlägen die Gebiete keinen Bestimmungen wie etwa Naturschutzgebiete: Der Schutz soll durch Vereinbarungen mit den Besitzern erzielt werden. Mohr plant nun Infoveranstaltungen in den Gemeinden. Erst nach dem Dialogverfahren würden die FHH-Gebiete festgelegt - jetzt handele es sich nur um Vorschläge. Dabei ist das Naturschutzgebiet (NSG) Ammergebirge ebenso vorgesehen wie das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Alpsee-Schwansee bis zum Alatsee, das NSG Aggenstein mit Erweiterung zum Achtal, der Buchenwald am Senkele, das NSG Bannwaldsee. Auch die Fledermauskolonien in den Kirchen von Schwangau-Waltenhofen, Ruderatshofen sind Bertoldshofen und berücksichtigt. Im südlichen Landkreis werden der Kurpark in Schwangau, der südliche Bereich am Hopfensee, das LSG Weißensee, der Mühlbach bei Oberreuten, die Südflanke des falkensteins und das Weihermoos bei Holzleuten vorgeschlagen. Auch das Ostufer und die Schluchtränder am Forggensee, ein Magerrasen bei Rieden, der Höhenzug am Illasberg- see und die Tobel-Bäche, die westlich in den lech münden sowie der Buchberg bei ostern, der Halblech mit Schlucht, das Birnbaumer Filz und die Trauchgauer Ache mit Streuwiesen sind eingezeichnet. Größere Komplexe sind die Gebiete an der Wertach, die Moore beim Kempter Wald und die Hänge im östlichen Günztal. Daneben sind ein Magerrasen bei Oberthingau, der Elbsee mit Elbbach im Süden, Moorflächen am Langer Weiher und das Wiedergeltinger Wäldchen vorgeschlagen.»Wir versuchen einen Spagat zu machen«, verdeutlicht Mohr: Während viele Bauern weniger FFH-Gebiete wollen, plant der Bund Naturschutz weitere: so den Oberen Füssener Lech, die Sulzschneider Moore und das Enzenstettener Quellmoor. »Wir werden uns intensiv beteiligen, um die Vorschläge reinzubringen«, sagt Arthur Spengler, Sprecher der ostallgäuer Kreisgruppe. Die Beteiligung der Öffentlichkeit sehe die europäische Richtlinie - anders als das bayerische Verfahren - erst später vor. Doch fordert er die Bürger auf, sich schon jetzt einzubringen. Denn in den Schutzgebieten sieht er eine Chance - ebenso wie Dieter Frisch von der Naturschutzbehörde: »Die Bauern werden profitieren.« Denn die Fördergeld-Vergabe sieht er künftig eng an die Lage in einem FHH-Gebiet gekoppelt.

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